Solingen debattiert über zivil-militärische Zusammenarbeit bei wachsenden Sicherheitsrisiken
Christoph DöhnSolingen debattiert über zivil-militärische Zusammenarbeit bei wachsenden Sicherheitsrisiken
Solingen diskutiert über Innere Sicherheit: Wie sieht die zivil-militärische Zusammenarbeit in Zeiten wachsender Bedrohungen aus?
In Solingen fand kürzlich eine hochrangige Diskussion zur Inneren Sicherheit statt – vor dem Hintergrund zunehmender Gefahren für die zivile Infrastruktur. Die Veranstaltung unter dem Titel "Innere Sicherheit in Zeiten erhöhter Bedrohungen – Wie gestaltet sich die zivil-militärische Zusammenarbeit?" markierte zugleich den 70. Jahrestag der Bundeswehr. Organisiert von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen, brachte sie Militärvertreter, Polizeiführer und lokale Behörden zusammen, um die Vorbereitung auf künftige Krisen zu bewerten.
Mit einer deutlichen Warnung eröffnete Generalmajor Andreas Henne, Leiter der Abteilung Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, die Konferenz. Er skizzierte ein hypothetisches Szenario, in dem bis 2028 kritische zivile Infrastrukturen wie Stromnetze, Wasserversorgung und Verkehrswege gezielten Angriffen ausgesetzt sein könnten. Seine Ausführungen unterstrichen die Dringlichkeit, sowohl militärische Fähigkeiten als auch die öffentliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Seit 2018 hat sich die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und lokalen Rettungskräften intensiviert. Gemeinsame Notfallprotokolle ermöglichen nun einen schnelleren Einsatz militärischer Ressourcen – etwa schwerer Fahrzeuge, Hubschrauber, Pioniertruppen oder Sanitätseinheiten –, wenn örtliche Kräfte überlastet sind. Frühere Einsätze zeigen, wie Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) und Kommunen in Krisen eng zusammenarbeiten.
Jan Welzel, Leiter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Solingen, bestätigte die Fortschritte der Stadt beim Schutz kritischer Systeme. Wasser-, Strom- und Gasnetze würden ausgebaut, und die aktuellen Maßnahmen setzten Solingen "auf den richtigen Weg", so Welzel. Markus Röhrl, Polizepräsident für das Bergische Städtedreieck, erläuterte, wie die Sicherheitsbehörden ihre Strukturen anpassen, um Großschadenslagen effizienter zu bewältigen.
Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, rückte die Debatte in einen größeren demokratischen Kontext. Sie betonte, dass die Verteidigung von Freiheit, Frieden und Sicherheit nicht nur militärische und technische Lösungen erfordere, sondern auch gesellschaftliche Resilienz. Henne griff diesen Gedanken auf und forderte mentale, organisatorische und militärische Vorbereitung, um sich wandelnden Bedrohungen zu stellen.
Einig war man sich am Ende in der Notwendigkeit engerer Zusammenarbeit. Vertreter von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, THW und Kommunalverwaltung hoben die Bedeutung stärkerer Partnerschaften hervor. Steingrübers abschließende Worte machten deutlich: Der Erhalt von Frieden und Sicherheit ist eine Daueraufgabe, die alle Teile der Gesellschaft einbindet.
Die Solinger Diskussionen zeigten konkrete Schritte auf, die bereits umgesetzt werden. Militär und zivile Behörden verfeinern gemeinsame Einsatzpläne, während Städte wie Solingen ihre Infrastruktur weiter absichern. Angesichts wachsender Risiken für lebenswichtige Dienstleistungen wurde klar: Engere Abstimmung und öffentliche Sensibilisierung werden die Sicherheitsbemühungen der Zukunft prägen.






