Solingen plant strengere Regeln für Übernachtungen in Tunneln und Unterführungen

Nina Pohl
Nina Pohl
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Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund lautet "Kindera(r)beit ist eine nationale Geißel - Sollen wir die Nation von der Industrie fesseln lassen", zeigt eine vielseitige Gruppe von Menschen, die gemeinsam stehen.Nina Pohl

Solingen plant strengere Regeln für Übernachtungen in Tunneln und Unterführungen

Die Stadtverwaltung von Solingen drängt auf strengere Regeln für Übernachtungen in städtischen Unterführungen und Tunneln. Der Vorstoß folgt auf monatelange Beschwerden über unsichere und unhygienische Zustände in diesen Bereichen. Ein neuer gemeinsamer Antrag skizziert nun Änderungen der Verkehrsordnung, die sowohl öffentliche Bedenken als auch die Unterstützung obdachloser Menschen berücksichtigen sollen.

Die betroffene Unterführung steht seit Langem in der Kritik wegen anhaltender Verschmutzung, defekter Beleuchtung und kaputter Aufzüge. Pendler, Anwohner und Studierende beschreiben sie wiederholt als bedrohliche "No-Go-Area". Als Reaktion hatte die CDU in einem Entwurf von Dezember 2025 ein vollständiges Verbot von Lagerfeuern, Camping und Übernachtungen gefordert, um Missbrauch im öffentlichen Dienst vorzubeugen.

Der aktuelle Antrag greift diese Idee auf und erweitert das Verbot explizit auf Unterführungen und Tunnel. Zudem schlägt er vor zu prüfen, ob Obdachlose unter kontrollierten Bedingungen Hunde in Notunterkünfte mitbringen dürfen. Die Maßnahme soll den Druck auf öffentliche Räume verringern, ohne die Betroffenen im Stich zu lassen.

Lokale Hilfsorganisationen für Obdachlose, darunter die nahegelegene Caritas-Unterkunft, werden nun aktiv niedrigschwellige Angebote bewerben. Dazu gehören Übernachtungsmöglichkeiten, Hygieneeinrichtungen und Beratungsgespräche. Der Antrag findet parteiübergreifende Unterstützung – sowohl CDU-Vertreter als auch die Wählerinitiative SG Zukunft haben ihn mitunterzeichnet.

Der Bezirksrat wird den Antrag in einer kommenden Sitzung beraten. Bei Zustimmung geht er anschließend an den Solinger Stadtrat zur endgültigen Abstimmung.

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen öffentliche Sicherheit und die Unterstützung schutzbedürftiger Gruppen in Einklang bringen. Bei Annahme würde das Verbot für Unterführungen und Tunnel gelten, während Hilfsangebote für Obdachlose stärker sichtbar gemacht würden. Die endgültige Entscheidung liegt nach der Debatte im Bezirksrat beim Stadtrat.