Solingens Innenstadt am Scheideweg: Braucht die Stadt einen radikalen Strategiewechsel?
Kristiane DippelSolingens Innenstadt am Scheideweg: Braucht die Stadt einen radikalen Strategiewechsel?
Solingens Innenstadt leidet seit Jahren unter dem Niedergang. Leerstehende Läden, kaum gastronomische Angebote und ein Mangel an sozialen Begegnungsstätten haben ihre Attraktivität geschwächt. Doch die Probleme beschränken sich nicht auf das Zentrum – auch wirtschaftliche und soziale Herausforderungen in der gesamten Stadt spielen eine Rolle.
Die Schwierigkeiten Solingens haben Ursachen, die außerhalb des direkten Einflussbereichs der Stadt liegen. Dazu zählen die Abwanderung wichtiger Dienstleistungen in größere Städte sowie der Boom des Online-Handels. Lokale Entscheidungsträger haben zwar Einzelprojekte und Fachkonzepte umgesetzt, doch ein übergreifender Masterplan fehlt bis heute.
Walsken plädiert für einen langfristigen Strategiewechsel. Ein ganzheitliches Konzept für den gesamten Rings um das Zentrum soll Stadtplanung, soziale Bedürfnisse, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsförderung verbinden. Konkrete Schritte wären etwa eine stärkere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, Studentenwohnheimen und digitalen Beratungsangeboten.
Gleichzeitig warnt Walsken davor, das Theater- und Konzerthaus durch eine Feuerwehrwache zu ersetzen. Ein solcher Schritt würde, so die Befürchtung, den Niedergang der Innenstadt weiter beschleunigen. Entscheidend für eine Trendwende sei es, eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen.
Ohne ein umfassendes Revival-Konzept drohen Solingens Zentrum und seinem Umland weitere wirtschaftliche und soziale Rückschläge. Der Fokus muss darauf liegen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine neue Generation von Bewohnern und Arbeitskräften anziehen.
