17 March 2026, 00:41

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Umstrukturierung bis 2035

Der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat Pläne zur Umstrukturierung seiner Immobilien präsentiert, bedingt durch sinkende Finanzmittel und Mitgliederschwund. Eine von Hartmut Hoferichter geleitete Arbeitsgruppe schlägt Veränderungen vor, die bis Mitte der 2030er-Jahre zur Schließung oder Umnutzung mehrerer Kirchen und Gemeinschaftszentren führen könnten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass der Kirchenkreis in den kommenden Jahren mit einer Halbierung seiner finanziellen Ressourcen rechnet – bei gleichzeitig rückläufigen Personal- und Gemeindezahlen.

Fünf Standorte – die Evangelische Kirche Merscheid, die Evangelische Kirche Widdert, die Evangelische Kirche Ketzberg, das Gemeinschaftszentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche – gelten mittelfristig als nicht mehr tragfähig. Die Arbeitsgruppe hat die Gebäude des Kirchenkreises in drei Kategorien eingeteilt: solche, die langfristig erhalten bleiben sollen, solche, die einer weiteren Prüfung bedürfen, und solche, die für den kirchlichen Gebrauch nicht mehr sinnvoll sind. Zu den Standorten, die über 2035 hinaus genutzt werden sollen, zählen die Ohligser Protestantische Stadtkirche, die Walder Kirche und das Gemeinschaftszentrum Höhscheid.

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Die Gemeinde der Lutherkirche hatte bereits 2023 angekündigt, ihr Gebäude nach 2030 nicht mehr für Gottesdienste zu nutzen. Die Zukunft der Stadtkirche Mitte bleibt hingegen ungewiss – nicht zuletzt wegen ihrer zentralen Lage, guten Erreichbarkeit und vielfältigen Funktionen. Eine außerordentliche Synode am 14. März 2026 wird die Vorschläge beraten, allerdings ist noch unklar, ob dann bereits abschließende Entscheidungen getroffen werden.

Zudem strebt die Kirche an, alle ihre Gebäude bis 2035 klimaneutral zu gestalten, was kostspielige Sanierungen erfordert. Die endgültigen Entscheidungen über die Zukunft der einzelnen Immobilien müssen bis Ende 2027 fallen. Da mit weiter sinkenden Mitgliederschwund und Vollzeitstellen-Zahlen zu rechnen ist, wächst der Druck, die Betriebskosten zu senken.

Die Pläne markieren einen tiefgreifenden Wandel für den Solinger Kirchenkreis, bei dem zahlreiche Gebäude vor der Schließung oder Umnutzung stehen. Bis 2035 werden nur noch ausgewählte Kirchen und Zentren aktiv genutzt werden. Die anstehenden Entscheidungen werden die Arbeit des Kirchenkreises über Jahrzehnte prägen – zwischen finanziellen Grenzen und den Bedürfnissen der Gemeinschaft.

AKTUALISIERUNG

Wichtige Details zur Umstrukturierung der Solinger Kirche vom 11. Februar

Die vorläufigen Vorschläge für die Umstrukturierung der Solinger Kirche wurden bei einem Event am 11. Februar an 350 Teilnehmer präsentiert. Wichtige Punkte waren:

  • Superintendentin Dr. Ilka Werner betonte die Notwendigkeit von Transparenz im Prozess und stellte fest, dass die Entscheidungen ultimately bei der Synode am 14. März liegen werden.
  • Finanzprognosen zeigen, dass die Kirche bis Mitte der 2030er Jahre ihre Ressourcen auf die Hälfte reduzieren wird, was Schließungen oder Umnutzungen von der Hälfte ihrer Immobilien erfordert.
  • Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Hartmut Hoferichter wird die Vorschläge basierend auf öffentlicher Rückmeldung verfeinern und bis zum 14. März finale Empfehlungen einreichen.