SPD fordert Untersuchungsausschuss zu Machtmissbrauch durch Ministerin Scharrenbach
Nina PohlSPD fordert Untersuchungsausschuss zu Machtmissbrauch durch Ministerin Scharrenbach
Die SPD will eine parlamentarische Untersuchungskommission zur mutmaßlichen Machtmissbrauchsaffäre um Ministerin Ina Scharrenbach einberufen. Der Schritt folgt auf monatelange Kontroversen, nachdem Berichte über ihr Verhalten gegenüber Beamten bekannt geworden waren. Die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Ina Blumenthal, kündigte die Untersuchung am Dienstag an.
Der Skandal hatte im März begonnen, als der Spiegel einen Bericht veröffentlichte, in dem Scharrenbach vorgeworfen wurde, gesundheitsschädliches Verhalten an den Tag zu legen. Beamte warfen ihr vor, sie habe Mitarbeiter angeschrien, ein toxisches Arbeitsklima geschaffen und Angst verbreitet. Auch Oliver Heidinger, Präsident von IT.NRW, behauptete, sie habe ihn öffentlich gedemütigt und seinen Misserfolg herbeiführen wollen.
Scharrenbach räumte zwar ein, im Arbeitsalltag zu wenig Wertschätzung gezeigt zu haben, bestritt aber jede Absicht, Schaden anzurichten. Trotz ihrer Stellungnahme hat die SPD, die im Landtag 56 von 195 Sitzen hält, ausreichend Unterstützung für die Einrichtung der Kommission gesichert.
Die regierenden Parteien CDU und Grüne werfen der SPD vor, die Untersuchung als Wahlkampfinstrument zu missbrauchen. Auch die oppositionellen Freien Demokraten (FDP) hinterfragen, ob ein Untersuchungsausschuss das richtige Mittel sei. Die SPD hat den Umfang der Prüfung inzwischen ausgeweitet – nun sollen auch Ministerpräsident Hendrik Wüst und sein engster Mitarbeiter, Nathanael Liminski, unter die Lupe genommen werden.
Mit der Mehrheit der SPD im Rücken wird die Kommission ihre Arbeit aufnehmen. Ziel ist es, die Vorwürfe gegen Scharrenbach zu prüfen sowie das Verhalten von Wüst und Liminski zu untersuchen. Während die politischen Lager über Motive und Nutzen des Ausschusses streiten, hält die politische Debatte um die Affäre weiter an.






