Stefan Raab löst mit antisemitischen Klischees über Gil Ofarim Empörung aus
Nina PohlStefan Raab löst mit antisemitischen Klischees über Gil Ofarim Empörung aus
Eine umstrittene TV-Sendung, die am Holocaust-Gedenktag ausgestrahlt wurde, hat landesweite Kritik ausgelöst. In einer Sonderfolge der Stefan Raab-Show am 27. Januar 2026 bediente sich Comedian Stefan Raab antisemitischer Klischees, um den Dschungelcamp-Teilnehmer Gil Ofarim bloßzustellen. Der Vorfall wirft Fragen nach der Verantwortung in der Unterhaltungsbranche auf – besonders im Vergleich zum Verhalten weniger bekannter Prominenter in derselben Reality-Show.
Das fragwürdige Segment enthielt gleich mehrere antisemitische Stereotype: Raab erfand einen "Onkel Samuel", um Ofarim ein angebliches "Betrüger-Gen" anzudichten. Bilder von ultraorthodoxen Juden beim Tanzen wurden mit Ofarims Musik unterlegt, während die Sendung nahelegte, sein Erfolg basiere allein auf der "jüdischen Gemeinschaft". Ein Spiel namens Geld oder Gil spielte zudem mit schädlichen Vorurteilen über Juden und Geld.
Nach scharfer Kritik, unter anderem von der Jüdischen Allgemeinen, entfernte RTL den Clip von allen Plattformen. Der Sender räumte ein, die Inhalte könnten missverständlich wirken, und kündigte strengere Prüfungen für künftige Formate an. Der Vorfall ereignete sich in Köln – nicht in Australien, wo Dschungelcamp gedreht wird.
Ofarim, der 2021 rechtliche Konsequenzen tragen musste, nachdem er fälschlich einen Hotelmitarbeiter des Antisemitismus beschuldigt hatte, weigerte sich, im Dschungelcamp über den Fall zu sprechen. Er berief sich auf eine Vertraulichkeitsklausel, was Mitbewohner frustrierte. Zwar wurde er zunächst für seine Ausweichstrategie kritisiert, doch die Gruppe lenkte schließlich ein. Sein Verfahren war zuvor gegen eine Geldstrafe eingestellt worden.
Die Löschung des Segments und RTLs Reaktion unterstreichen den anhaltenden Kampf gegen Antisemitismus in den Medien. Ofarims Vergangenheit und sein Schweigen im Dschungelcamp stehen im scharfen Kontrast zu anderen Teilnehmern, die mit mehr Transparenz auf Kontroversen reagierten. Der Fall zeigt: Selbst Prominente müssen für schädliche Inhalte Konsequenzen tragen.






