15 January 2026, 18:42

Streit um 97-Millionen-Förderschule: Warum Eltern gegen Separation kämpfen

Eine Gruppe von Kindern steht vor einem Gebäude, einige halten Taschen und einer einen Korb, mit Fahrrädern, Schuppen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund, was an eine schwedische Schulszene der 1960er Jahre erinnert.

Streit um 97-Millionen-Förderschule: Warum Eltern gegen Separation kämpfen

Eine Gruppe von Aktivisten für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, Elternverbänden und Sozialorganisationen stellt sich gegen die Pläne für eine neue Förderschule in Neunkirchen-Seelscheid. Das Bündnis wirft dem 97-Millionen-Euro-Projekt vor, gegen das Schulgesetz von Nordrhein-Westfalen zu verstoßen, und setzt sich stattdessen für inklusive Bildung ein. Ihre Beschwerde ist mittlerweile bei den kommunalen Aufsichtsbehörden eingereicht worden, wie der Spiegel berichtet.

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Die geplante Schule, die vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) getragen wird, soll 180 Plätze für Kinder mit körperlichen Behinderungen schaffen. Die Verantwortlichen begründen die hohen Baukosten mit einem Mangel an spezialisierten Bildungseinrichtungen. Die Initiative hingegen besteht darauf, dass das Geld sinnvoller in die Integration der Schülerinnen und Schüler an Regelschulen investiert werden sollte.

Eva-Maria Thoms, Sprecherin der Elterninitiative Mittendrin, betont, dass inklusive Bildung Kindern mit und ohne Behinderungen gemeinsames Lernen ermöglicht. Das Bündnis schlägt vor, die 180 Schüler auf bestehende Schulen zu verteilen – pro Jahrgangsstufe käme dabei nur ein zusätzliches Kind hinzu. Zudem fragen sie sich, warum das Landesbauordnungsamt NRW (LBO NRW), die für den Schulbau zuständige Landesbehörde, das Vorhaben trotz ihrer Einwände vorantreibt. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob getrennte Förderschulen noch mit der aktuellen Bildungspolitik vereinbar sind. Während der Landschaftsverband auf Versorgungslücken verweist, argumentieren die Gegner, dass Separation modernen inklusiven Ansätzen widerspricht – und die Mittel anderswo wirksamer eingesetzt werden könnten.

Die Beschwerde ist offiziell bei den Aufsichtsbehörden eingereicht worden, was den Projektfortschritt verzögert. Sollte der Einspruch Erfolg haben, könnte dies eine Neubewertung der Ressourcenverteilung für Kinder mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen erzwingen. Bis zu einer Entscheidung bleibt ungewiss, ob der Bau wie geplant umgesetzt wird.