30 April 2026, 18:23

Streit um bundesweite Stallpflicht: Geflügelverband fordert einheitliche Regelung gegen Ministerin

Große Gruppe von Hennen in einem Maschendrahtzaun mit einer Wand und einer Tür im Hintergrund, einschließlich eines Eimers mit Hennen auf der rechten Seite.

Kein genereller Stallpflicht-Bedarf in NRW - Streit um bundesweite Stallpflicht: Geflügelverband fordert einheitliche Regelung gegen Ministerin

Der Deutsche Geflügelverband hat die Politik aufgefordert, eine bundesweite Stallpflicht für alles Geflügel einzuführen. Diese Maßnahme gilt als entscheidender Schritt, um die Bestände vor Krankheiten zu schützen. Die Agrarministerin von Nordrhein-Westfalen hat jedoch bisher Forderungen nach einer pauschalen Regelung für das Bundesland widerstanden.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) begründete ihre Entscheidung nach Prüfung von Tierschutzbelangen. Sie argumentierte, dass die Zwangsunterbringung von Tieren, die an Auslauf gewöhnt sind, unnötigen Stress verursachen würde. Kleine Betriebe stünden zudem vor finanziellen Problemen, falls Freilandhaltungssysteme abrupt verboten würden.

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin betonte, dass die Seuchenbekämpfung bei Nutztieren in der Zuständigkeit der Länder liege. Jeder Schritt in Richtung einer verpflichtenden Stallhaltung müsse lokale Unterschiede berücksichtigen, hieß es aus Kreisen der Behörde. Der Geflügelverband besteht jedoch darauf, dass eine einheitliche Regelung der wirksamste Schutz für Geflügel in ganz Deutschland wäre.

Gorißens Haltung spiegelt den Spagat zwischen Krankheitsvorsorge und praktischen Herausforderungen wider. Während der Verband strengere Vorschriften fordert, vertritt die Ministerin die Auffassung, dass eine pauschale Lösung mehr schaden als nützen könnte.

Die Debatte über die Stallpflicht für Geflügel dauert an, wobei der Verband sie als entscheidende politische Weichenstellung bezeichnet. Vorerst wird Nordrhein-Westfalen keine generelle Stallpflicht erzwingen und überlässt die Entscheidungen den einzelnen Betrieben und lokalen Gegebenheiten. Die finanziellen und tierschutzrelevanten Auswirkungen einer solchen Regelung bleiben zentraler Bestandteil der Diskussion.

Quelle