Streit um Deutschlands Olympiakleidung: "Langweilig" oder moderner Nationalstolz?
Christoph DöhnDesigner Glööckler verrissen Olympia-Look: "Null Punkte" - Streit um Deutschlands Olympiakleidung: "Langweilig" oder moderner Nationalstolz?
Die neuen Outfits für die deutsche Mannschaft bei den Winterspielen 2026 haben heftige Reaktionen ausgelöst. Während einige die Entwürfe als moderne Interpretation nationaler Identität loben, bezeichnete der Modedesigner Harald Glöckler sie als "langweilig" und "weder innovativ noch erfrischend originell". Die rund 70 Teile umfassende Kollektion, die Adidas in Zusammenarbeit mit Athlet:innen entwickelt hat, spaltet die Meinungen – noch bevor die Spiele überhaupt begonnen haben.
Adidas arbeitete eng mit deutschen Sportler:innen zusammen, um die "Team D"-Kollektion für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo zu gestalten. Die Marke wollte traditionelle Farben mit zeitgemäßem Stil verbinden – eine Entscheidung, die von offizieller Seite begrüßt wurde. Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), nannte das Ergebnis einen "vollenden Erfolg", der das Team zusammenbringe.
Auch der vierfache Bob-Olympiasieger Francesco Friedrich steht hinter den Designs. Er erklärte, er sei stolz, sie bei der Vertretung Deutschlands auf der Weltbühne zu tragen.
Doch die Kritik fällt hart aus. Glöckler, eine prägende Figur der Modebranche, bewertete die Kollektion mit null von zehn Punkten. Seine Äußerungen spiegeln eine langjährige Unzufriedenheit mit den deutschen Olympiakleidungen wider, die in der Vergangenheit bereits Spott geerntet hatten. Die Uniformen von 2014 in Sotschi, wegen ihrer ungelenkten Muster als "Langnese-Twister" verspottet, wurden berüchtigt, während die zebragestreiften Skianzüge von Bogner aus früheren Jahrzehnten bis heute ikonisch sind. Für 2026 befürchten Beobachter:innen, dass das Team erneut hinter Nationen wie der Mongolei zurückbleiben könnte, deren Kaschmir-Designs für ihre Eleganz bewundert werden.
Die Debatte um die Olympischen Outfits Deutschlands zeigt den Konflikt zwischen Tradition und modernen Erwartungen. Während Athlet:innen und Funktionär:innen auf die Mischung aus nationalem Stolz und Funktionalität der Kollektion pochen, werfen Kritiker:innen den Entwürfen vor, es an Kreativität im Vergleich zu den Uniformen anderer Länder zu mangeln.






