Syriens Gesundheitsminister kehrt an alte Wirkungsstätte in Solingen zurück
Kristiane DippelSyriens Gesundheitsminister kehrt an alte Wirkungsstätte in Solingen zurück
Syriens Gesundheitsminister Musaab Nazzal al-Ali besuchte am Donnerstagnachmittag das Städtische Klinikum Solingen. Der Besuch markierte eine Rückkehr in das deutsche Krankenhaus, in dem er einst fünf Jahre lang als Neurochirurg ausgebildet wurde, bevor er 2025 zum Minister ernannt wurde.
Während seines Besuchs traf al-Ali mit Professor Ralf Buhl zusammen, dem Chefarzt der Neurochirurgie und seinem ehemaligen Mentor. Beide erörterten Möglichkeiten, die medizinische Zusammenarbeit zwischen Syrien und Deutschland zu intensivieren.
Der Minister wies auf die schweren Herausforderungen hin, vor denen das syrische Gesundheitssystem steht: Krankenhäuser liegen in Trümmern, medizinische Geräte sind Mangelware, und qualifiziertes Personal fehlt. Über 6,8 Millionen Syrer haben das Land verlassen – darunter viele ausgebildete Ärzte und Fachkräfte.
Um die Krise zu mildern, hat al-Ali kurzfristige Einsätze für syrische Ärzte im Ausland genehmigt. Allein im vergangenen Jahr führten im Ausland lebende syrische Mediziner 10.800 Operationen durch. Zu den geplanten künftigen Kooperationen gehört ein Austauschprogramm für junge Fachkräfte, das ihnen eine Ausbildung in Deutschland ermöglicht, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren.
Al-Alis eigene Karriere spiegelt diese Verbindung wider: Nach Abschluss seiner neurochirurgischen Ausbildung in Solingen kehrte er 2025 nach Syrien zurück und übernahm später das Amt des Gesundheitsministers.
Der Besuch im Städtischen Klinikum Solingen könnte zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen deutschen und syrischen Medizinteams führen. Angesichts des akuten Personalmangels und der knappen Ressourcen in Syrien könnten solche Partnerschaften helfen, das schwer geprüfte Gesundheitssystem des Landes wiederaufzubauen.






