15 April 2026, 08:18

Tarifstreit am Duisburger Hafen: Warum Arbeiter jetzt für faire Löhne kämpfen

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter vor einem Berg- und Waldhintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wages-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Tarifstreit am Duisburger Hafen: Warum Arbeiter jetzt für faire Löhne kämpfen

Tarifstreit am Duisburger Hafen: Arbeiter fordern faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

Am Duisport, einem der größten Binnenhafenbetreiber Deutschlands, spitzt sich ein Konflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen zu. Die Beschäftigten, unterstützt von der Gewerkschaft ver.di, pochen auf einen Tarifvertrag – mit dem Argument, ihre Bezahlung liege deutlich unter der ihrer Kollegen in anderen öffentlichen Häfen. Das Unternehmen hingegen betont, seine Gehälter seien bereits wettbewerbsfähig. Die Fronten verhärten sich zusehends.

Im Mittelpunkt des Streits steht der Vorwurf, dass die Lohnstruktur des Duisports nicht den Branchenstandards entspreche. ver.di verweist darauf, dass ein ungelerntes Facharbeiter-Einstiegsgehalt bei einer 40-Stunden-Woche brutto nur 2.750 Euro betrage. Zum Vergleich: Kranführer in tarifgebundenen Seehäfen wie Hamburg oder Bremerhaven verdienen bei einer 35-Stunden-Woche rund 5.000 Euro brutto – zuzüglich weiterer Zulagen.

Duisport hält dagegen, alle Kranführer würden gleich entlohnt. Die Beschäftigten widersprechen dieser Darstellung. Das Unternehmen, zu einem Drittel im Besitz der Stadt Duisburg und zu zwei Dritteln des Landes Nordrhein-Westfalen, hat Forderungen nach einem Tarifvertrag bisher abgelehnt. ver.di betont, dass 95 Prozent der befragten Mitarbeiter einen solchen Vertrag befürworten – ein deutliches Zeichen für die weitverbreitete Unzufriedenheit.

Zudem gibt es Spannungen zwischen ver.di und dem Betriebsrat des Duisports. Die Gewerkschaft wirft diesem vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten, und behauptet, man habe mehrfach Gesprächsangebote unterbreitet – vergeblich. Der Betriebsrat hat sich zu diesen Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert.

Die Auseinanderzung lässt die Duisport-Beschäftigten weiter nach fairen Löhnen und verbindlichen Verhandlungen rufen. ver.dis Forderung nach einem flächendeckenden Tarifvertrag bleibt unerfüllt, während das Unternehmen an seinen aktuellen Gehaltsstrukturen festhält. Ohne Fortschritte droht der Konflikt die Unruhe unter der Belegschaft weiter anzuheizen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle