Tarifstreit im NRW-Nahverkehr: Verdi droht mit Arbeitskampf nach gescheiterten Verhandlungen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
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Ein alter Papierstadtplan von London, England, mit einer Karte der Zwischen Dresden und Freiburg im Hintergrund, der die Standorte der beiden Städte zeigt.Kristiane Dippel

Tarifstreit im NRW-Nahverkehr: Verdi droht mit Arbeitskampf nach gescheiterten Verhandlungen

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens endete am 21. Januar 2023 ohne Ergebnis. Die Arbeitgeber legten kein konkretes Angebot vor, was bei den Gewerkschaften Frust auslöste und die Beschäftigten weiterhin in Unsicherheit über Löhne und Arbeitsbedingungen zurückließ.

Die Gewerkschaft Verdi hatte zentrale Forderungen erhoben, darunter eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie einen Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Zudem forderten die Beschäftigten acht bezahlte Freistellungstage für gewerkschaftliche Aktivitäten und eine Ausweitung des Tarifvertrags auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobber.

Heinz Rech, Verdi-Verhandlungsführer, warnte davor, dass die finanziellen Belastungen der kommunalen Verkehrsbetriebe nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen werden dürften. Er verwies auf unhaltbar hohe Arbeitsbelastungen und einen wachsenden Fachkräftemangel in der Branche. Ziel der Gespräche war es, diese Probleme durch eine bessere Arbeitszeitorganisation im Rahmen eines geplanten 24-Monats-Tarifvertrags zu entschärfen. Die Arbeitgeberseite brachte jedoch keine offiziellen Vorschläge ein. Stattdessen kündigten sie an, im nächsten Verhandlungsdurchgang – der für den 21. Januar 2026 angesetzt ist – Gegenforderungen vorzulegen. Verdi reagierte mit der Ankündigung, die Beschäftigten zeitnah über mögliche nächste Schritte zu informieren, darunter auch über mögliche Arbeitskampfmaßnahmen.

Die festgefahrene Situation bedeutet, dass die Verkehrsmitarbeiter in Nordrhein-Westfalen vorerst keine Verbesserungen bei Löhnen oder Arbeitsbedingungen erhalten. Verdi kündigte an, die Mitglieder über das weitere Vorgehen zu befragen, während die Arbeitgeber im nächsten Verhandlungsrund mit Gegenvorschlägen rechnen lassen.