Telekom setzt auf KI-Gigafactory – doch die Aktie bleibt unter Druck

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Eine Gruppe von Menschen sitzt um einen Tisch und schaut auf einen Laptop, mit mehreren Flyern, die verschiedene Werbeanzeigen zeigen.Horst-Dieter Gertz

Telekom setzt auf KI-Gigafactory – doch die Aktie bleibt unter Druck

Deutsche Telekom steht vor einer Mischung aus Herausforderungen und Chancen, während das Unternehmen seine nächsten Quartalszahlen vorlegt. Die Aktie des Konzerns hat in diesem Jahr nachgegeben, doch eine geplante KI-Partnerschaft und stabile Dividendenprognosen stimmen optimistisch.

Anleger verfolgen die Entwicklungen gespannt vor dem Geschäftsbericht am 26. Februar 2026, während regulatorische Prüfungen der Kundenpraktiken zusätzlichen Druck ausüben.

Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 27,43 Euro – ein Rückgang von 6 Prozent seit Januar. Er notiert damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 28,11 Euro, was auf eine Phase der Konsolidierung hindeutet. Analysten jedoch schätzen den fairen Wert der Aktie auf zwischen 37 und 39 Euro.

Unterdessen treibt die Telekom ein ambitioniertes KI-Projekt voran: Zusammen mit der Schwarz Gruppe soll eine europäische „KI-Gigafactory“ entstehen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von US-Techkonzernen zu verringern, indem die Netzwerkinfrastruktur der Telekom mit der Cloud-Expertise und den finanziellen Ressourcen der Schwarz Gruppe kombiniert wird. Gelingt das Vorhaben, könnte sich daraus ein neuer B2B-Geschäftszweig entwickeln.

Auf regulatorischer Ebene sieht sich das Unternehmen mit Kritik konfrontiert: Vorwürfe lauten, es nutze „Dark Patterns“täuschende Online-Designs, die Kunden das Kündigen von Verträgen erschweren. Gleichzeitig bleiben Analysten von KeyBanc Capital Markets optimistisch für T-Mobile US, die US-Tochter der Telekom, und verweisen auf deren starke Marktposition.

Für 2025 hat der Konzern eine prognostizierte Dividende von 1,00 Euro pro Aktie angekündigt, die voraussichtlich im April 2026 ausgezahlt wird. Der nächste Geschäftsbericht am 26. Februar wird weitere Klarheit über die finanzielle Ausrichtung bringen.

Die Telekom balanciert zwischen kurzfristigen Aktienrückgängen und langfristigen Wachstumsplänen. Die KI-Kooperation mit der Schwarz Gruppe könnte das Geschäftsmodell neu prägen, während die Dividendenzahlung den Aktionären Stabilität signalisiert. Regulatorische Bedenken und die Marktperformance bleiben in den kommenden Monaten entscheidende Faktoren.