15 December 2025, 18:57

Thyssenkrupp-Umbau löst Proteste aus: Tausende Jobs in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Geschäft, hält Schilder und Plakate hoch, mit einer Säule und Dachleuchten im Hintergrund.

Thyssenkrupp-Umbau löst Proteste aus: Tausende Jobs in Gefahr

Unternehmensumbau hinterlässt Spuren – Proteste bei Thyssenkrupp

Vorspann: Thyssenkrupp plant die Kürzung von Servicebereichen. Die Umstrukturierung des Konzerns stößt bei den Beschäftigten auf Widerstand.

Artikeltext:

Thyssenkrupp hat im Rahmen eines umfassenden Restrukturierungsplans massive Stellenstreichungen angekündigt. Bis 2030 soll das Unternehmen zu einer reinen Holding umgewandelt werden – Tausende Arbeitsplätze stehen damit auf dem Spiel. Bereits jetzt protestieren Mitarbeiter vor dem Essener Hauptsitz gegen die geplanten Veränderungen.

Die unter der Führung von Vorstandschef Miguel López vorangetriebene Neuordnung sieht vor, dass der Essener Stammsitz als Dachmarke fungiert, während zentrale Sparten wie Automobilzulieferung und Materialien eigenständig agieren. In den Servicebereichen könnten in den nächsten drei bis fünf Jahren bis zu 1.500 Stellen wegfallen. Besonders hart trifft es die Stahlsparte Steel Europe: Rund 11.000 Arbeitsplätze sind im Rahmen des Sanierungstarifvertrags und der weiteren Umstrukturierung bedroht. Bis 2027 sind zudem weitere Abbau- und Verlagerungsmaßnahmen in Konzernfunktionen und nicht zum Kerngeschäft gehörenden Einheiten geplant.

Die Belegschaft reagiert mit Unmut. Am Montag versammelten sich Beschäftigte vor den Essener Büros, um ihrer Wut Luft zu machen. Kerstin Gießler, Betriebsratsmitglied, warnte, langjährige Mitarbeiter könnten durch jüngere, kostengünstigere Absolventen ersetzt werden. Der Betriebsrat veranstaltete zwar eine offene Diskussionsrunde, doch die Teilnahme blieb gering – nur wenige Dutzend Angestellte erschienen.

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Einige Veränderungen sind bereits in Kraft getreten: Die IT-Abteilung tk Information Management wurde aufgelöst, und Kantinenmitarbeiter erhielten Kündigungen. Ungewiss ist die Zukunft von tk Services, da dessen zentrale Funktionen auf die neu eigenständigen Tochtergesellschaften verteilt werden sollen. Gleichzeitig könnte die Stahlsparte komplett verkauft werden, während die Werftensparte – nun unter dem Namen tkms – bereits an die Börse gegangen ist.

Thyssenkrupp bezeichnet den Prozess als partizipativ und betont die laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern. Konkrete Personalzahlen stehen jedoch noch nicht fest.

Bis zum Ende des Jahrzehnts soll die Umstrukturierung Thyssenkrupp zu einer schlankeren Holding formen. Mit Stellenabbau ist in mehreren Bereichen zu rechnen, wobei die Stahlarbeiter am stärksten betroffen sein dürften. Das Unternehmen hält die Maßnahmen für notwendig, räumt aber ein, dass für viele Beschäftigte Unsicherheit besteht.