Tönnies sichert Landwirte gegen Risiken der afrikanischen Schweinepest ab

Christoph Döhn
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Ein Plakat mit dem Text "The County of Wilts, The Contagious Diseases Animals Act, 1878: The Animals Order Notice is Hereby Given, Infected with Swine Fever".Christoph Döhn

Tönnies sichert Landwirte gegen Risiken der afrikanischen Schweinepest ab

Der Fleischproduzent Tönnies hat ein neues Versicherungskonzept eingeführt, um Landwirte vor finanziellen Verlusten durch Ausbrüche der afrikanischen Schweinepest zu schützen. Der Schritt erfolgte, nachdem die afrikanische Schweinepest im vergangenen Jahr zur Vernichtung von 1.000 Tonnen Fleisch in einem der Betriebe des Unternehmens geführt hatte. Landwirte, die Schweine an Tönnies liefern, erhalten künftig einen zusätzlichen Schutz, falls ihre Standardversicherung die durch Seuchenausbrüche entstandenen Kosten nicht deckt.

Die sogenannte 'Haftungsschutz-Absicherung' tritt sofort für alle Landwirte in Kraft, die Tiere an Tönnies liefern. Sie wurde eingeführt, nachdem das Unternehmen seine Einkaufsbedingungen überarbeitet hatte – Lieferanten müssen nun bestätigen, dass ihre Tiere bei der Anlieferung frei von meldepflichtigen Krankheiten sind. Die afrikanische Schweinepest, ein hochansteckendes und oft tödliches Virus, hat in diesem Jahr bereits über 300 Wildschweine in Nordrhein-Westfalen getötet, wobei die Fälle bisher auf die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein beschränkt bleiben.

Tönnies verarbeitet jährlich Millionen von Tieren und arbeitet mit rund 10.000 Lieferanten in acht deutschen Schlachthöfen zusammen. Allein 2024 wurden 13,2 Millionen Schweine und 400.000 Rinder verarbeitet. Bis 2026 plant das Unternehmen die Zusammenarbeit mit 1.600 bis 2.000 Schweinehaltern, vor allem in Nordrhein-Westfalen (davon etwa 1.200 im Münsterland), Niedersachsen (400) sowie in geringerer Zahl in Schleswig-Holstein.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) lobte die Initiative als 'entscheidenden Schritt', um existenzbedrohende Risiken für Viehzüchter und Händler zu verringern. Zwar übernimmt Tönnies zunächst die Versicherungskosten, langfristig sollen diese jedoch an die Lieferanten weitergegeben werden – voraussichtlich in Form eines niedrigen zweistelligen Cent-Betrags pro Tier.

Das neue Versicherungskonzept soll Landwirte vor den finanziellen Folgen von Tierseuchen schützen, insbesondere vor der afrikanischen Schweinepest. Die Entscheidung von Tönnies folgt auf eine kostspielige Keulung im Jahr 2024, als ein Ausbruch die Vernichtung von 1.000 Tonnen Fleisch erzwang. Die Versicherung gilt für alle aktuellen und künftigen Lieferanten unter den aktualisierten Einkaufsbedingungen des Unternehmens.

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