VAR im DFB-Pokal: Warum die Technologie für Streit statt Gerechtigkeit sorgt
Nina PohlVAR im DFB-Pokal: Warum die Technologie für Streit statt Gerechtigkeit sorgt
Der Einsatz des VAR im deutschen Fußball bleibt ein umstrittenes Thema – besonders im DFB-Pokal. Zwar soll die Technologie für mehr Gerechtigkeit sorgen, doch aktuelle Fehler und finanzielle Bedenken haben die Diskussion neu entfacht. Vereine und Funktionäre stellen inzwischen infrage, ob ein Ausbau des Systems im Pokalwettbewerb überhaupt praktikabel ist.
Ursprünglich wurde der VAR in der Bundesliga eingeführt, um Fehlentscheidungen zu minimieren und fairere Ergebnisse zu gewährleisten. Doch statt Klarheit zu schaffen, sorgt er immer wieder für Kontroversen. Erst kürzlich wurde Eintracht Frankfurt in der Partie gegen Heidenheim (1:1) ein möglicher Siegtreffer fälschlicherweise aberkannt. Trainer Dino Toppmöller kritisierte die Entscheidung scharf und brachte damit die anhaltende Frustration mit dem System auf den Punkt.
Ein weiterer schwerwiegender Fehler unterlief Schiedsrichter Tobias Welz und seinem Team beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München: Ein klares Abseits von Leroy Sané wurde übersehen, ein Tor zählte – obwohl es den Spielausgang hätte beeinflussen können. Solche Vorfälle nähren Zweifel an der Zuverlässigkeit des VAR.
Auch im DFB-Pokal wird diskutiert, ob der Videobeweis nicht bereits ab früheren Runden zum Einsatz kommen sollte. Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees hält dies ab der zweiten Runde für denkbar. Doch die Kosten bleiben ein großes Hindernis: Viele unterklassige Vereine verfügen nicht über die nötige Technik, und die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Bundesliga und 2. Bundesliga geben derzeit rund 11 Millionen Euro für die VAR-Infrastruktur aus, hinzu kommen etwa 1 Million Euro für das Personal – pro Spiel entstehen so Kosten von knapp 20.000 Euro.
Die Debatte um den VAR im DFB-Pokal dauert an, doch finanzielle und logistische Hürden stehen einem Ausbau im Weg. Solange die Finanzierung nicht geklärt ist, bleibt eine Ausweitung über die späteren Runden hinaus unwahrscheinlich. Gleichzeitig halten die Fehler in der Bundesliga die Diskussion am Köcheln – die Vereine fordern mehr Präzision vom System.






