Vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau: Die Wunden bleiben offen

Horst-Dieter Gertz
Horst-Dieter Gertz
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Ein Plakat für eine Wohltätigkeitsbasar für die Witwen und Waisen von Soldaten aus verschiedenen Nationen, mit Text zu den Event-Details.Horst-Dieter Gertz
  1. Februar 2024 markiert den vierten Jahrestag eines der tödlichsten rechtsextremen Anschläge in der deutschen Nachkriegsgeschichte. In Hanau, Hessen, erschoss ein Attentäter in zwei Shisha-Bars neun Menschen, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm. Der aus rassistischen Motiven verübte Angriff zählt bis heute zu den schwersten extremistischen Gewalttaten des Landes seit Jahrzehnten.

Vier Jahre nach dem rassistischen Anschlag von Hanau: Die Wunden bleiben offen

Die Opferzahl stieg im Nachhinein weiter an. Ibrahim Akkuş, ein zehntes Opfer, erlag im Januar 2026 seinen Verletzungen, ein weiterer Überlebender starb im Januar 2023 an den langfristigen gesundheitlichen Folgen des Anschlags. Viele Traumatisierte tragen bis heute die emotionalen und psychischen Narben jener Nacht mit sich.

Am Abend des 19. Februar 2020 hatte der Täter zwei Shisha-Bars in Hanau zum Ziel seiner Gewalt gemacht und neun Menschen getötet. Seine mörderische Spur endete in seiner Wohnung, wo er zunächst seine Mutter erschoss, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtete. Ermittler bestätigten später seine rechtsextreme Gesinnung und rassistischen Tatmotive.

Jahre danach wirken die Folgen des Anschlags nach: Ibrahim Akkuş, der die Attacke zunächst überlebt hatte, starb am 10. Januar 2026 an seinen Verletzungen. Ein weiteres, namentlich nicht genanntes Opfer verstarb im Januar 2023 nach jahrelangen gesundheitlichen Spätfolgen, die mit dem Anschlag in Verbindung standen.

In ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) fanden Gedenkveranstaltungen für die Getöteten statt. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von linksgerichteten und antifaschistischen Gruppen. Angehörige der Opfer hielten berührende Reden, während andere Redner:innen die Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Anschlags kritisierten und mehr Verantwortung einforderten. Ähnliche Veranstaltungen gab es in Bochum und Köln.

In den kommenden Tagen sind weitere Gedenkaktionen geplant, während Gemeinden der Opfer gedenken und sich gleichzeitig für ein entschlossenes Vorgehen gegen rechtsextreme Gewalt einsetzen.

Der Anschlag von Hanau forderte mindestens elf Todesopfer – darunter der Täter und seine Mutter. Überlebende und Angehörige kämpfen noch immer mit den Folgen, während Städte wie Aachen, Bochum und Köln mit Veranstaltungen die Erinnerung an die Getöteten wachhalten. Vier Jahre nach der Tragödie bleibt der Ruf nach Gerechtigkeit und der Verhinderung rechtsextremer Gewalt in Deutschland dringender denn je.