Vom Bundesliga-Trainer zum Außenseiter: André Fuhrs steiler Fall nach dem Skandal
Christoph DöhnVom Bundesliga-Trainer zum Außenseiter: André Fuhrs steiler Fall nach dem Skandal
André Fuhr, einst ein angesehener Handballtrainer bei Borussia Dortmund, erlebt seit 2018 berufliche Rückschläge, nachdem schwere Vorwürfe wegen Fehlverhaltens gegen ihn erhoben wurden. Zwar einigte er sich 2021 in einem Vergleich mit dem Deutschen Handballbund (DHB), doch der Skandal wirft weiterhin einen Schatten auf seine Karriere. Mittlerweile in unterklassigen Ligen tätig, beharrt Fuhr darauf, unfair behandelt worden zu sein, und sieht für sich keine Zukunft mehr im Sport.
Der Streit begann 2018, als die ehemaligen Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger Fuhr psychologische Quälereien, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung vorwarfen. Die Vorwürfe führten zu seinem Rücktritt bei Borussia Dortmund und zum Verlust seines Postens als Junioren-Nationaltrainer. Obwohl nie Anklage erhoben wurde, behauptete Fuhr, wie ein Gewalttäter behandelt worden zu sein.
2021 schloss der DHB mit Fuhr einen Vergleich, der die Angelegenheit faktisch beendete. Doch der Imageschaden blieb bestehen – jahrelang fand er keine Anstellung als Profitrainer. Nach seinem Rückzug vom Bundesliga-Team des VfL Mennighüffen 2023 übernahm er das Traineramt der zweiten Mannschaft von TSV Bayer Dormagen in der Oberliga.
Aktuell trainiert Fuhr die Männermannschaft des VfL Mennighüffen in der Oberliga und unterstützt zudem die Nachwuchsarbeit beim Zweitteam des Vereins in der 2. Bundesliga. Trotz seines weiteren Engagements im Handball besteht er darauf, dass die Vorwürfe seine Karriere zerstört und ihm jede Perspektive – im Sport wie darüber hinaus – genommen hätten.
Fuhr bleibt zwar dem Training verbunden, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als vor dem Skandal. Der Vergleich von 2021 beendete zwar den Rechtsstreit, doch die Vorwürfe schränken seine Chancen weiterhin ein. Seine Zukunft im Handball erscheint ungewiss, während er verzweifelt versucht, den Skandal hinter sich zu lassen.






