Von Daniel Küblböck zu Lana Kaiser: Ein tragisches Schicksal voller Mut und Selbstfindung

Christoph Döhn
Christoph Döhn
2 Min.
Zwei Frauen in Kleidern, eine Person in Uniform und ein Mann in einem Anzug, der drinnen steht und lächelt, mit Jalousien und Flaggen im Hintergrund.Christoph Döhn

Sieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - Von Daniel Küblböck zu Lana Kaiser: Ein tragisches Schicksal voller Mut und Selbstfindung

Daniel Küblböck, eine prägende Figur der deutschen Popkultur, sah sich nach seinem Auftritt bei Germany’s Next Topmodel massiver öffentlicher Ablehnung ausgesetzt. Trotz des Hasses outete er sich später als trans Frau unter dem Namen Lana Kaiser und wurde zu einer gefeierten Ikone der queeren Community. Sein Leben, geprägt von Kämpfen und Selbstermächtigung, endete 2018 tragisch, als er während einer Kreuzfahrt spurlos verschwand.

Küblböck war zunächst als Popsänger bekannt geworden, geriet aber nach seinem Reality-TV-Auftritt ins Visier gnadenloser Schikanen. Medienberichte damals deuteten auf eine Persönlichkeitsstörung hin, und er wurde bei Auftritten ausgebuht, während er gleichzeitig Todesdrohungen erhielt. Die Anfeindungen trieben ihn in den Rückzug aus der Öffentlichkeit – bis er mit einem maskulineren Image zurückkehrte, was seine enge Freundin Olivia Jones später als Versuch interpretierte, dem Hass zu entfliehen.

Vor seinem Tod vertraute sich Küblböck Freunden und Familie an und offenbarten seine wahre Identität als Lana Kaiser. Olivia Jones, die im Dokumentarfilm Die Küblböck-Story: Deine Lana Kaiser interviewt wurde, sprach offen über ihre Freundschaft und ihr bis heute andauerndes Schuldgefühl, seinen frühen Tod nicht verhindert zu haben. Am 9. September 2018 ging Küblböck während einer Kreuzfahrt vor Neufundland über Bord. Seine Leiche wurde nie gefunden; am 22. Februar 2021 wurde er offiziell für tot erklärt. Trotz des tragischen Endes sehen viele in der queeren Community seine Geschichte als eine der Selbstbestimmung. Ricardo Simonetti bezeichnete Küblböcks Leben als inspirierend, während Lucy Diakovska überzeugt ist, dass Lana Kaiser – hätte sie weitergelebt – die Akzeptanz von LGBTQ+-Personen in Deutschland nachhaltig geprägt hätte.

Küblböcks Tod hinterließ ungelöste Fragen und eine Community, die sein Erbe bis heute ehrt. Seine Wandlung zu Lana Kaiser bleibt für viele ein Symbol der Widerstandsfähigkeit. Der Dokumentarfilm und Gespräche mit Weggefährt:innen wie Olivia Jones halten seine Geschichte lebendig und sichern seinen Einfluss für die Zukunft.

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