Von Durchgestrichen zu Gleichheit - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten

Nina Pohl
Nina Pohl
2 Min.
Ein Collage von Frauen und Hüten auf Papier mit Text unten.Nina Pohl

Von Durchgestrichen zu Gleichheit - Solinger Pastoren teilen ihre Geschichten

Vom Durchstreichen zur Gleichberechtigung – Solinger Pfarrerinnen erzählen ihre Geschichten

50 Jahre Gleichstellung in der Gemeinde – Wie Frauen auf die Kanzel kamenSolingen – Genau die Hälfte der 26 Pfarrer:innen im Kirchenkreis Solingen sind heute Frauen. Was heute selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis eines langen kirchlichen und gesellschaftlichen Lernprozesses. Denn die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarramt wurde in der Evangelischen Kirche erst 1975 erreicht.

Die Evangelische Kirche in Solingen hat einen Meilenstein erreicht: Die Hälfte ihrer 26 Pfarrer:innen sind Frauen. Dieser Wandel spiegelt Jahrzehnte des Fortschritts wider, seit 1975 die rechtliche Gleichstellung durchgesetzt wurde. Zwei Generationen von Theologinnen blicken zurück – von frühen Kämpfen bis zur heutigen wachsenden Akzeptanz.

Gisela Vogel begann ihren Dienst in den 1960er-Jahren, einer Zeit, in der Frauen in Pfarrämtern noch eine Seltenheit waren. Kollegen sprachen sie mit „Frau Vogel“ an – statt des traditionellen „Bruder Vogel“, ein kleines, aber aussagekräftiges Zeichen des Widerstands. Dennoch wurde sie zur ersten Oberkirchenrätin im Rheinland und ebnete damit späteren Generationen den Weg.

Während des Zweiten Weltkriegs hatten Frauen vorübergehend pastorale Aufgaben übernommen, während die Männer an der Front waren. Doch nach Rückkehr der Soldaten wurden viele wieder in unterstützende Rollen gedrängt. Die rechtliche Gleichstellung kam schließlich 1975 – doch der kulturelle Wandel dauerte länger. Raphaela Demski-Galla begann ihr Theologiestudium 2006 und erlebte eine Zeit, in der Frauen bereits in der Mehrheit waren. Die Hürden waren im Vergleich zu Vogels Ära geringer, doch spürbare Vorbehalte gegenüber Frauen in Führungspositionen blieben. Heute betont sie die Bedeutung von Beziehungen in der seelsorgerischen Arbeit: „Die Menschen suchen Trost im persönlichen Kontakt zu ihren Pfarrer:innen.“

Dr. Ilka Werner, Superintendentin des Solinger Kirchenkreises, startete ihr Studium Anfang der 2000er-Jahre. Sie wählte den Beruf wegen der Unabhängigkeit und setzt sich heute für Gleichberechtigung in der Kirche ein. Werner plädiert zudem für mehr Vielfalt in der Gemeinde, die die unterschiedlichen Hintergründe ihrer Mitglieder widerspiegeln sollte.

Bei einer jüngsten Begegnung sprach Gisela Vogel Raphaela Demski-Galla mit „Schwester“ an – ein Begriff, der einst undenkbar gewesen wäre. Dieser Moment steht symbolisch für den Weg der Frauen in der Kirche: von der Ausgrenzung zur Führung.

Heute ist der Solinger Kirchenkreis ein Vorbild für ausgewogene Repräsentation. Mit 13 Frauen unter 26 Pfarrer:innen zeigt sich, wie rechtliche Reformen und sich wandelnde Einstellungen die pastorale Arbeit über Jahrzehnte geprägt haben. Die Erfahrungen von Vogel, Werner und Demski-Galla belegen: Durch Beharrlichkeit hat sich das Pfarramt neu definiert.

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