Von Killerwelsen bis Zugfahrten: Wenn Tiere Nürnberg aufmischen

Kristiane Dippel
Kristiane Dippel
3 Min.
Tiere auf einem Hügel mit einem See unten.Kristiane Dippel

Tierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Von Killerwelsen bis Zugfahrten: Wenn Tiere Nürnberg aufmischen

Ungewöhnliche Tiervorfälle sorgen in Nürnberg und Deutschland für Aufsehen

In den vergangenen Monaten hat es in Nürnberg und Deutschland eine Reihe kurioser Vorfälle mit Tieren gegeben – von einem riesigen Wels, der Badende in Mittelfranken attackierte, bis hin zu einem Hund, der eine spontane Zugfahrt in Schwabhausen bei Dachau unternahm. Die Geschichten sorgten für öffentliche Aufmerksamkeit, führten teilweise sogar zu juristischen Auseinandersetzungen und Protesten wegen Bedenken zum Tierschutz in Nordbayern.

Am 20. Juni verletzte ein zwei Meter langer Wels mehrere Schwimmer am Brombachsee in Mittelfranken. Experten vermuteten, dass das Tier – vermutlich ein beschützender Vater – wegen des niedrigen Wasserstands seinen Nachwuchs in Nürnberg verteidigte. Nach Absprache mit einem Angelsportverein und der Wasserrettung entschied die Polizei, den Wels aus Sicherheitsgründen zu töten. Der Vorfall entwickelte sich schnell zu einem kulturellen Gesprächsthema: Das Satiremagazin Titanic brachte sogar die ersten "Killerwels"-Merchandise-Artikel in Deutschland auf den Markt.

Die vierjährige Hündin Bella aus Oberbayern machte Schlagzeilen, nachdem sie aus dem Garten ihrer Besitzer entkommen war. Sie stieg in eine S-Bahn nach Schwabhausen bei Dachau, bevor sie von der Polizei sicher nach Hause gebracht wurde. Unterdessen geriet der Nürnberger Tiergarten in die Kritik, nachdem er zwölf gesunde Paviane wegen Platzmangels im Gehege getötet hatte. Tierschutzorganisationen protestierten heftig, und bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft gingen rund 350 Strafanzeigen wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in Mittelfranken ein.

Weitere skurrile Zwischenfälle: Im Landshuter Wildpark verschluckte ein Nandu am Neujahrstag den Fleecehandschuh eines Kindes – eine Zeugin beobachtete deutlich, wie der Handschuh die Kehle des Vogels hinabrutschte. In Simbach am Inn in Niederbayern entdeckte ein Metzger den Ehering des Landwirts Johannes Brandhuber im Magen seiner Kuh Herzal – sie hatte ihn vier Monate zuvor mit dem Futter verschluckt. In einem anderen Fall erhielt der Münchner Hund Urax fälschlicherweise einen Brief von der Rundfunkanstalt über die Rundfunkgebühren. Sein Besitzer scherzte, der Hund weigere sich, die Gebühr zu zahlen. Und schließlich flog Vincent, ein Bartgeier aus dem Nationalpark Berchtesgaden, 1.600 Kilometer quer durch Deutschland bis zur Nordsee. Gefangen wurde er schließlich in der Nähe einer Landstraße bei Oldenburg in Niedersachsen.

Die Vorfälle zeigen, auf wie vielfältige Weise Tiere den Alltag in Nürnberg und Deutschland durcheinanderbringen können. Manche Fälle, wie die Tötung der Paviane, lösten juristische Schritte und öffentliche Debatten in Mittelfranken aus. Andere – etwa Bellas Zugfahrt oder Vincents Fernflug – hinterließen bei den Menschen vor allem Belustigung und Ratlosigkeit.

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