Vonovia verzeichnet Rekordwachstum 2025 – doch Mieter zahlen die Zeche
Christoph DöhnVonovia auf Wachstumskurs - Schulden schneller reduzieren - Vonovia verzeichnet Rekordwachstum 2025 – doch Mieter zahlen die Zeche
Vonovia, Deutschlands größter Vermieter, meldet starkes Wachstum für 2025
Der Immobilienkonzern Vonovia, größter Wohnungsvermieter Deutschlands, hat für das Jahr 2025 ein kräftiges finanzielles Wachstum verzeichnet. Die Erträge des Unternehmens stiegen deutlich, angetrieben durch höhere Mieten und Immobilienverkäufe. Mieterverbände kritisieren das Unternehmen jedoch scharf wegen drastischer Mietpreiserhöhungen und fordern strengere Schutzmaßnahmen für Mieter.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) kletterte 2025 um 6,0 % auf 2,8 Milliarden Euro. Auch der bereinigte Nettogewinn legte um 5,3 % zu und erreichte 1,54 Milliarden Euro. Treiber dieses Wachstums waren steigende Mieteinnahmen sowie zusätzliche Erlöse aus Dienstleistungen und Immobilientransaktionen.
Ende 2025 besaß Vonovia rund 531.000 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich mit einem Gesamtwert von 84,4 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Monatsmiete pro Quadratmeter stieg im gesamten Portfolio auf 8,38 Euro – ein Plus von 4,6 % gegenüber 2024. Allein in Deutschland lag die Durchschnittsmiete bei 8,19 Euro pro Quadratmeter, fast 4 % höher als im Vorjahr.
Der Deutsche Mieterbund warf Vonovia "drastische Mietsteigerungen" vor und forderte bundesweite Mieterschutzregelungen. Gleichzeitig vollendete das Unternehmen 2025 den Bau von 2.090 neuen Wohnungen, ohne jedoch eine länderspezifische Aufschlüsselung zu nennen. Zudem verkaufte Vonovia im vergangenen Jahr 2.333 Wohneinheiten und plant, jährlich 3.000 bis 3.500 Einheiten zu veräußern, um die Schuldenlast zu verringern.
Für die Zukunft strebt Vonovia den Bau von 4.200 neuen Wohnungen an und will langfristig über 65.000 weitere Wohnungen auf eigenen Flächen errichten. Die Aktionäre können sich über eine Dividendenerhöhung um drei Cent auf 1,25 Euro pro Aktie freuen. Zudem prüft das Unternehmen den Verkauf nicht zum Kerngeschäft zählender Vermögenswerte, darunter Seniorenimmobilien und Minderheitsbeteiligungen.
Die Finanzzahlen von Vonovia zeigen ein solides Wachstum, getrieben durch höhere Mieten und Immobilienverkäufe. Während das Unternehmen seinen Wohnungsbestand weiter ausbaut, plant es gleichzeitig weitere Vermögensveräußerungen. Mieterverbände bleiben angesichts steigender Kosten jedoch besorgt und drängen auf strengere regulatorische Maßnahmen.






