28 March 2026, 14:22

Warendorf behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Charlottenburg, Deutschland, mit Gebäuden, Straßenlaternen, Lampen, Namensschildern, Kraftfahrzeugen, Fußgängern, Gittern und einem klaren Himmel.

Warendorf behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen beizubehalten, die mit Personen in Verbindung stehen, die Bezüge zum Nationalsozialismus hatten. Die Entscheidung erfolgte trotz einer Empfehlung einer Bürgerkommission, die Straßen umzubenennen – doch Budgetbedenken führten zur Ablehnung des Vorschlags. Sowohl Anwohner als auch einige Ratsmitglieder kritisieren das Ergebnis.

Die Debatte war entfacht worden, als die Bürgerkommission drei Straßen für eine mögliche Umbenennung vorschlug: die Wagenfeldstraße, den Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße. Alle drei sind nach Personen benannt, die Verbindungen zum Nationalsozialismus hatten. Zwar sprach sich die Kommission für eine Änderung aus, doch die Mehrheit im Rat – bestehend aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) – berief sich auf finanzielle Gründe, um die bisherigen Namen beizubehalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Austauschkosten für die Straßenschilder wären auf etwa 5.700 Euro für die Stadt gekommmen. Ratsmitglied André Wenning argumentierte, die Wünsche der Anwohner hätten mehr Gewicht als der Vorschlag der Kommission. Alternative Ideen, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück, wurden ebenfalls verworfen.

Die Entscheidung stößt auf Kritik. Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, übt scharfe Kritik am Beschluss des Rates. Unterdessen bleibt eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus erhalten, obwohl weiterhin über eine ergänzende Erklärung diskutiert werden könnte.

Die Straßen behalten somit ihre ursprünglichen Namen, und es sind vorerst keine Änderungen an Schildern oder Gedenktafeln geplant. Die Entscheidung des Rates stützte sich auf Kostenargumente und die Rückmeldungen der Bürger – doch das Thema könnte in künftigen Debatten wieder aufgegriffen werden. Vorerst bleibt in Warendorf alles beim Alten.

Quelle