Warum Deutschlands Goldreserven heute 177 Milliarden Euro wert sind – und warum die Lagerung umstritten bleibt
Warum Deutschlands Goldreserven heute 177 Milliarden Euro wert sind – und warum die Lagerung umstritten bleibt
Deutschlands Goldreserven haben in den letzten zwei Jahrzehnten massiv an Wert gewonnen – von 13,6 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf heute rund 177 Milliarden Euro. Dieser starke Anstieg hat die Diskussionen über Lagerrisiken und Gegenparteiausfallrisiken neu entfacht. Kritiker hinterfragen zunehmend, ob die Lagerung großer Goldmengen im Ausland noch eine sichere Strategie ist.
Die Bundesbank verwahrt derzeit 3.550 Tonnen Gold, aufgeteilt auf Frankfurt (1.710 Tonnen), New York (1.236 Tonnen) und London (405 Tonnen). Trotz wachsender Forderungen nach Rückholung der Bestände hat Bundesbank-Präsident Joachim Nagel Bedenken zurückgewiesen und betont, er habe vollstes Vertrauen in die Sicherheitsvorkehrungen der Federal Reserve Bank of New York.
Der Reiz von Gold liegt in seinem fehlenden Gegenparteirisiko – anders als Papierwährungen hängt sein Wert nicht von den Versprechen von Banken oder Staaten ab. Dennoch drohen Anlegern in "Papiergold"-Produkten wie Xetra-Gold oder Euwax-Gold Verluste, falls die Emittenten insolvent werden. Selbst die physische Lagerung ist nicht narrenfest, wie der Goldraub bei der Gelsenkirchener Sparkasse 2023 zeigte, bei dem Diebe trotz Versicherungsschutz Gold stahlen.
Der Ausspruch "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit" stammt aus dem Jahr 1912, als der Finanzier J.P. Morgan damit seinen intrinsischen Wert unterstrich. Heute halten geopolitische Spannungen und schwankende Goldpreise die Rückholungsdebatte am Leben – besonders dann, wenn sich die deutsch-amerikanischen Beziehungen verschlechtern oder die Preise weiter steigen.
Deutschlands Goldreserven bleiben auf drei Standorte verteilt, weitere Verlegungen sind nicht geplant. Die Bundesbank setzt auf das Vertrauen in ausländische Tresore, doch Risiken bestehen sowohl für physisches Gold als auch für goldgedeckte Finanzprodukte. Angesichts der Preisentwicklung und geopolitischer Unsicherheiten wird die Diskussion über die Sicherheit der Lagerung kaum verstummen.
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