Warum eine Dortmunder Apotheke nach nur einem Jahr wieder schließt
Horst-Dieter GertzWarum eine Dortmunder Apotheke nach nur einem Jahr wieder schließt
Apotheke in der Nähe im Dortmunder Stadtteil Wasserburg schließt nach nur einem Jahr unter neuer Leitung
Eine Apotheke in der Nähe im Dortmunder Stadtteil Wasserburg hat nach nur einem Jahr unter neuer Führung ihre Türen geschlossen. Wafaa Choukrane, die 34-jährige Apothekerin, die die Filiale übernommen hatte, nannte unhaltbare Kosten und eine übermäßige Arbeitsbelastung als Hauptgründe für die Schließung. Die Entscheidung hinterlässt die Anwohner ohne eine Apotheke in der Nähe und wirft Fragen zur Zukunft unabhängiger kleiner Apotheken auf.
Choukrane hatte die Wasserburg-Apotheke zusammen mit einer weiteren Filiale 2023 von Frank Grote übernommen. Zu diesem Zeitpunkt betrieb sie bereits eine dritte Apotheke, die Ardey-Apotheke, die nur 500 Meter entfernt liegt. Der gleichzeitige Betrieb aller drei Standorte trieb sie an ihre Grenzen – sie arbeitete bis zu 72 Stunden am Stück ohne Pausen und nahm sich keinen Urlaub. Trotz ihres Einsatzes blieb die Wasserburg-Filiale wegen hoher Stromkosten, geringer Kundenfrequenz und Personalmangels unrentabel.
Besonders belastend erwies sich das Notdienst-System. Choukrane fand kaum motivierte Mitarbeiter oder verlässliche Vertretungen, was die Situation zusätzlich verschärfte. Statt die defizitäre Filiale zu verkaufen, entschied sie sich für eine vollständige Schließung und verlegte die Dienstleistungen zur Ardey-Apotheke. So konnte sie sicherstellen, dass Patienten weiterhin ohne Unterbrechung versorgt werden.
Nun konzentriert sich Choukrane auf ihre beiden verbleibenden Apotheken und verhandelt über zusätzliche Parkplätze für Kunden. Gleichzeitig fordert sie die Politik auf, die Erstattungssätze zu erhöhen. Höhere Zuschüsse seien notwendig, um steigende Personalkosten zu decken und kleine Apotheken wirtschaftlich tragfähig zu halten. Ohne solche Änderungen, warnt sie, würden unabhängige Apotheken weiter verschwinden.
Die Schließung der Wasserburg-Apotheke unterstreicht die Herausforderungen, denen kleine Unternehmen im Gesundheitssektor gegenüberstehen. Choukranes Erfahrungen spiegeln die übergeordneten Probleme wider – von unzumutbaren Arbeitsbelastungen bis hin zu finanziellen Engpässen. Zwar bleiben ihre beiden anderen Filialen vorerst in Betrieb, doch ohne strukturelle Unterstützung bleibt die Zukunft ähnlicher Apotheken ungewiss.






