16 March 2026, 22:20

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Aktien fallen, Projekte stocken

Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem schwarzen Finish, das mit seinen Komponenten einschließlich der Batterie und des Kraftstofftanks beschriftet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Aktien fallen, Projekte stocken

Die Wasserstoffbranche erlebt eine Phase gemischter Entwicklungen, während das Vertrauen der Anleger schwindet. Einige Unternehmen treiben ehrgeizige Projekte voran, andere kämpfen mit sinkenden Aktienkursen und betrieblichen Rückschlägen. Die Branche gibt sich zwar entschlossen, doch die Herausforderungen werden von Tag zu Tag deutlicher.

Der norwegische Konzern Nel ASA sah seinen Aktienkurs knapp über dem historischen Tiefststand von 0,17 Euro verharren, stieg zuletzt aber um 2,5 % auf 0,192 Euro. Trotz schwacher Auftragseingänge und rückläufiger Umsätze steht eine Kerngruppe von Investoren weiterhin hinter der langfristigen Wasserstoffstrategie des Unternehmens.

Das britische Unternehmen ITM Power kündigte zwar eine finale Investitionsentscheidung für ein neues Großprojekt im Wasserstoffbereich an, doch fiel der Aktienkurs nach ausbleibenden Erfolgsmeldungen um 2,1 % auf 0,73 Euro. Die Kursentwicklung deutet zwar noch eine leichte Aufwärtstendenz an, doch der Druck, die Wirtschaftlichkeit unter Beweis zu stellen, bleibt hoch.

In Deutschland gerät die städtische Abfallwirtschaft Bielefeld wegen ihrer wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge in die Kritik. Viele Fahrzeuge stehen aufgrund von Treibstoffknappheit und früheren Zuverlässigkeitsproblemen still. Die Stadtverantwortlichen winken jedoch ab und sprechen von anfänglichen Kinderkrankheiten – ihr Bekenntnis zum Wasserstoff bleibt unverändert.

Unterdessen gaben die Aktien von Bloom Energy um 1,7 % auf 154,51 US-Dollar nach, nachdem ein jüngster Aufschwung ins Stocken geriet. Anleger hatten nach dem Deal mit Oracle auf weitere Verträge gehofft, doch neue Vereinbarungen lassen auf sich warten. Zweifel an Überinvestitionen in energieintensive KI-Projekte mehren sich.

Die aktuelle Volatilität der Ölpreise, angetrieben durch geopolitische Spannungen wie den Iran-Konflikt, hat die Strategien der Wasserstoffunternehmen bisher nicht direkt beeinflusst. Analysten sehen jedoch Potenzial, dass der gegenwärtige Energiemarkt der Branche neue Chancen eröffnen könnte.

Die Wasserstoffbranche bewegt sich in einem schwierigen Umfeld aus Investorenskepsis und operativen Hürden. Während einige, wie die Stadt Bielefeld, an ihren Plänen festhalten, sehen sich andere mit fallenden Aktienkursen und unerfüllten Erwartungen konfrontiert. Die nächsten Schritte der Branche hängen davon ab, ob sie in einem sich wandelnden Energiemarkt greifbare Ergebnisse vorweisen kann.

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