Watzke kandidiert als BVB-Präsident – und bereut Tuchel-Entlassung
Hans-Joachim Watzke, langjähriger BVB-Geschäftsführer, kandidiert diese Woche für das Amt des Vereinspräsidenten
Der seit fast 20 Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende von Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, stellt sich in dieser Woche zur Wahl als Präsident des Vereins. Dieser Schritt erfolgt in einer Phase der Reflexion über vergangene Entscheidungen – darunter die Entlassung des damaligen Trainers Thomas Tuchel im Jahr 2017, die er heute als Fehler einräumt. Mittlerweile hat Watzke das Verhältnis zu Tuchel bereinigt und bezeichnet ihn als "herausragenden Trainer", während er das damlige Ende des Arbeitsverhältnisses bedauert.
Watzkes Ära als BVB-Chef war von Höhen und Tiefen geprägt, doch eine Entscheidung sticht besonders hervor: die Trennung von Thomas Tuchel im Mai 2017. Damals war die Stimmung angespannt, nicht zuletzt wegen der umstrittenen Austragung des Champions-League-Viertelfinals gegen AS Monaco nur einen Tag nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus. Die 2:3-Niederlage in diesem Spiel verschärfte die Konflikte zwischen Watzke und Tuchel weiter.
Unter Tuchel hatte Dortmund in der Saison 2015/16 die Vizemeisterschaft in der Bundesliga erreicht und im folgenden Jahr den DFB-Pokal gewonnen. Trotz dieser Erfolge zerbrach das Arbeitsverhältnis. Heute gesteht Watzke offen ein, dass die Entlassung ein Fehler war, und lobt Tuchels fußballerische Fähigkeiten. Mittlerweile haben beide die Vergangenheit aufgearbeitet und ihre Differenzen beigelegt.
Nach Tuchels Abgang durchlief der BVB eine wechselhafte Phase. Peter Bosz übernahm interimistisch, gewann 2017 den DFB-Pokal und wurde kurz darauf entlassen. Lucien Favre führte die Mannschaft später zu zwei zweiten Plätzen in der Bundesliga (2018/19 und 2019/20). Unter Edin Terzić holte der Verein 2021 erneut den DFB-Pokal und in der abgelaufenen Saison 2023/24 die deutsche Meisterschaft.
Watzkes anstehende Kandidatur für das Präsidentenamt markiert ein weiteres Kapitel seiner langen Verbindung mit Borussia Dortmund. Seine selbstkritische Aufarbeitung der Tuchel-Entlassung zeigt, wie komplex Fußballführung sein kann. Der Verein selbst blieb trotz wechselhafter Phasen nach dem Trainerwechsel erfolgreich – wenn auch mit Schwankungen in der Leistungskurve.






