"Westdeutsche, raus!" – Eine Frau kämpft gegen die Mauern in den Köpfen
Horst-Dieter Gertz"Westdeutsche, raus!" – Eine Frau kämpft gegen die Mauern in den Köpfen
Eine 1945 geborene Frau schildert ihre Erlebnisse mit Spaltung und Vorurteilen zwischen Ost- und Westdeutschland. Ihr Leben spiegelt die nachwirkenden Spannungen wider, Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung. Von einer traumatischen Kindheit bis hin zu heutiger Diskriminierung zeigt ihre Geschichte, mit welchen Kämpfen viele noch immer konfrontiert sind.
Die Autorin wurde 1945 auf Rügen geboren, doch ihre Mutter brachte sie in ein Kinderheim nach Wuppertal. Jahrzehntelang suchte sie nach ihr, bis sie sie schließlich nach vierzig Jahren in Bergen auf Rügen wiederfand. Tragischerweise nahm sich ihre Mutter später das Leben.
Nach dem Fall der Berliner Mauer bewarb sie sich als Lehrerin im Osten – doch ihre Bewerbung wurde abgelehnt. Noch Jahre später erlebte sie Feindseligkeiten. In einem ostdeutschen Restaurant lag eine Fußmatte mit der Aufschrift: „Bewahre uns vor Sturm und Wind und Westdeutschen, die im Osten sind.“ Als sie einen Cappuccino bestellen wollte, wurde sie offen diskriminiert.
Auch Fußballrivalitäten schüren die Spannungen. Schalke-Fans skandierten „Wir hassen Ostdeutschland“, während es zwischen Hooligans von Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Dennoch gibt es Gemeinden, die versuchen, Gräben zu überbrücken. In Hattingen bringen ein internationales Frauencafé und eine Moschee Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen.
Die Autorin ist überzeugt, dass die Gründung einer Gruppe ehemaliger Ostdeutscher in Hattingen das Verständnis fördern könnte.
Ihr Weg – von Trennung bis Ablehnung – zeigt, wie tief die Gräben noch immer sind. Während einige Orte die Einheit stärken, halten sich Vorurteile und Gewalt weiter. Ihre Geschichte steht für die anhaltenden Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung.






