19 March 2026, 14:26

Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

Balkendiagramm, das die Anzahl der Menschen zeigt, die in Deutschland mit Krebs diagnostiziert wurden, auf einem weißen Hintergrund.

Mangel an Hausärzten in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe hat bundesweit die wenigsten Hausärzte pro Einwohner

In Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe gibt es mittlerweile die wenigsten Hausärzte pro Einwohner in ganz Deutschland. Aktuelle Zahlen der Bundesärztekammer zeigen, dass dort nur noch 61 Allgemeinmediziner auf 100.000 Einwohner kommen – damit liegt die Region auf dem letzten Platz unter allen Gesundheitsregionen des Landes. Die Daten haben die Debatte über den Ärztemangel in der Region und die Reaktion der Politik auf die Krise neu entfacht.

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Die neuesten Statistiken offenbaren deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während südliche Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg auf 90 bis 100 Hausärzte pro 100.000 Einwohner kommen, liegen ostdeutsche Regionen wie Sachsen und Brandenburg bei nur 60 bis 70. Westfalen-Lippe bildet nun das Schlusslicht – deutlich unter dem Bundesschnitt von 80 bis 90.

Oppositionspolitiker üben scharfe Kritik an Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Die SPD-Vizevorsitzende Lisa-Kristin Kapteinat bezeichnete die Zahlen als "vernichtendes Zeugnis" seiner Amtszeit. Laumann wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, die Lösung des Hausärztemangels erfordere langfristige Planungen, die über eine einzige Legislaturperiode hinausgingen.

Zu den Maßnahmen gegen das Problem gehört eine in NRW eingeführte Landarztquote – die erste ihrer Art in Deutschland. Im Rahmen des Programms haben sich 1.100 Medizinstudierende verpflichtet, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang in der Region zu arbeiten. Aufgrund der langen Ausbildungsdauer werden die ersten dieser Ärzte jedoch erst 2030 ihre Praxen eröffnen.

Seit 2009 fördert ein Hausarzt-Aktionsprogramm über 1.000 neue Praxen in unterversorgten Gebieten NRWs. Rund 80 Prozent der Mittel flossen dabei nach Westfalen-Lippe – doch die SPD warnt, dass die Versorgungslücken in der Region weiter wachsen.

Die ersten Ärzte aus der Landarztquote werden voraussichtlich 2030 in Westfalen-Lippe eintreffen. Bis dahin bleibt die Region die am schlechtesten mit Hausärzten versorgte Deutschlands. Behörden und Gesundheitsexperten müssen nun prüfen, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen, um die wachsende Lücke in der Grundversorgung zu schließen.

Quelle