Willicher SPD diskutiert Haushaltslöcher und Zukunftspläne bei winterlichem Neujahrsempfang
Horst-Dieter GertzWillicher SPD diskutiert Haushaltslöcher und Zukunftspläne bei winterlichem Neujahrsempfang
Willicher SPD startet mit kleinerer Runde ins neue Jahr
Wegen glatteisbedingter Straßen begann die Willicher SPD das neue Jahr mit einer kleiner als üblich ausfallenden Veranstaltung. Lukas Maaßen, Vorsitzender der Fraktion und Stadtrat, sprach vor den Anwesenden über lokale Herausforderungen und Prioritäten. Bei der Zusammenkunft wurde zudem eines verstorbenen Vorstandsmitglieds gedacht, während der Fokus auf der finanziellen und sozialen Zukunft der Stadt lag.
Die traditionelle Neujahrsempfang der SPD musste mit weniger Gästen als geplant auskommen, da die frostigen Temperaturen kurzfristig zu zahlreichen Absagen führten. Maaßen räumte die wetterbedingten Einschränkungen ein, begrüßte aber ausdrücklich diejenigen, die trotz Kälte den Weg gefunden hatten – darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und heimischem Brauchtum.
In seiner 18-minütigen Rede benannte Maaßen drei drängende Themen für Willich: die Haushaltslage, Wohnraum und Mobilität. Besonders besorgniserregend sei die Lücke von 30 Millionen Euro im Stadthaushalt – umgerechnet etwa 600 Euro pro Einwohner. Der Stadtrat betonte, wie wichtig es sei, die finanzielle Eigenständigkeit der Kommune zu wahren. Positiv hob er hingegen die geplante Verlängerung der Straßenbahnlinie S42 hervor, die er als Fortschritt für den lokalen Nahverkehr bezeichnete. Zudem gedachte Maaßen Klaus Olaf Platz, einem ehemaligen Vorstandsmitglied, das im vergangenen April unerwartet verstorben war.
In politischen Fragen mahnte der SPD-Vorsitzende zu einer sachlichen, aber direkten Debattenkultur und warnte vor Zynismus im öffentlichen Diskurs. Gleichzeitig erkannte er die Frustration vieler Bürger an, die mit der Inflation zu kämpfen haben, und ermutigte Vereine und Institutionen, ihre Anliegen offen zu artikulieren. Maaßen, der erst kürzlich fast einstimmig als SPD-Kreisvorsitzender wiedergewählt wurde, setzt sich seit Langem für Schuldenentlastung und bessere Infrastruktur in den Kommunen Nordrhein-Westfalens ein.
Die Veranstaltung endete mit einem Appell, das bürgerschaftliche Engagement trotz finanzieller Zwänge fortzuführen. Maaßens Ausführungen unterstrichen die Notwendigkeit praktikabler Lösungen für Willich – von einer stabilen Haushaltsplanung bis hin zu verbesserten Verkehrsanbindungen. Nun steht die Stadt vor der Aufgabe, die angespannte Finanzlage zu meistern, ohne öffentliche Dienstleistungen und lokale Initiativen zu vernachlässigen.






