Wohnbauprojekt in Willich: Bürgerprotest gegen Bebauung von Moltkedorf wächst
Nina PohlWohnbauprojekt in Willich: Bürgerprotest gegen Bebauung von Moltkedorf wächst
Ein geplantes Wohnbauprojekt in Willich stößt auf massiven Widerstand bei Anwohnern. Die Stadt beabsichtigt, auf dem 2,9 Hektar großen Gelände Moltkedorf – derzeit als Flüchtlingsunterkunft genutzt – 200 neue Wohnungen zu errichten. Über 150 Bürger haben inzwischen offiziell Bedenken wegen der ökologischen und praktischen Auswirkungen des Vorhabens vorgebracht.
Das Gebiet Moltkedorf war ursprünglich als Freifläche und Erholungszone ausgewiesen. Angesichts des dringenden Wohnraumbedarfs in Willich soll es jedoch bis Ende 2026 in ein gemischtes Wohnquartier umgewandelt werden.
Die ersten Entwürfe für Moltkedorf sehen Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Mehrfamilienhäuser vor, die um begrünte Innenhöfe gruppiert sind. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein Einbahn-Kreislaufsystem mit Parkplätzen und Garagen geplant ist. Kritiker monieren jedoch, dass zentrale Probleme wie Verkehr, Infrastruktur und ökologische Schäden nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Ein Hauptkritikpunkt ist der Verlust von Grünflächen. Der aktuelle Plan reduziert öffentliche Grünzonen und gefährdet einen Grünstreifen an der Moltkestraße 31–35. Anwohner betonen, dass diese Flächen für die Regenwasserspeicherung, die Artenvielfalt und die Kühlung essenziell sind – und damit eine wichtige Rolle für die Klimafolgenanpassung spielen. Zudem fürchten sie, dass viergeschossige Gebäude die benachbarten Kleingärten überragen und so Sicht und Sonneneinstrahlung beeinträchtigen könnten.
Verkehr und Sicherheit sorgen für weitere Sorgen. Anwohner erwarten mehr Staus, Parkplatzmangel und mögliche Verzögerungen für Rettungsfahrzeuge. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die bereits von über 70 Bürgern unterzeichnet wurde und weitere Unterstützer findet, fordern sie eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung, den Erhalt des Grünzugs, eine geringere Bebauungsdichte und bessere Verkehrsplanung.
Die Stadt plant, die Flüchtlingsunterkunft Moltkedorf bis Ende 2026 zu schließen, um Platz für den Bau zu schaffen. Doch angesichts des wachsenden Widerstands bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss.
Der Konflikt verdeutlicht die Spannung zwischen dem Wohnungsbedarf in Willich und den ökologischen Prioritäten der Bürger. Nun muss die Stadt abwägen zwischen der Nachfrage nach neuem Wohnraum und den Forderungen nach weniger Verdichtung, geschützten Grünflächen und besserer Infrastruktur. Eine endgültige Entscheidung über die Bebauung Moltkedorfs steht noch aus.






