Wut und Frust: Warum Ratingens neue Flüchtlingsunterkunft die Anwohner spaltet
Wut und Frust: Warum Ratingens neue Flüchtlingsunterkunft die Anwohner spaltet
Geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen stößt auf heftigen Widerstand der Anwohner
Eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen sorgt für massive Proteste unter den Bewohnern. Die Einrichtung, die auf dem Parkplatz eines stillgelegten Bürogebäudes entstehen soll, wird voraussichtlich 60 alleinstehende Männer – überwiegend Syrer und Afghanen – aufnehmen. Die Anwohner wurden jedoch erst zehn Tage vor einer Informationsveranstaltung über die Pläne in Kenntnis gesetzt, was bei vielen Frustration und Besorgnis auslöste.
Die Ankündigung der Unterkunft erfolgte überraschend: Die Stadt veröffentlichte die Details erst kurz vor der Veranstaltung unter dem Titel „Unterbringung von Geflüchteten in der Gothaer Straße“. Rund 100 Menschen nahmen teil und äußerten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von Frauen, der psychischen Gesundheit der Männer sowie möglicher sozialer Risiken. Die rechtspopulistische AfD hatte die Bürger zuvor zur Teilnahme aufgerufen, was die angespannte Stimmung zusätzlich verschärfte.
Die 20- bis 63-jährigen Männer sind allesamt anerkannte Flüchtlinge, die entweder einer Arbeit nachgehen oder an Integrationsprogrammen teilnehmen. Ab Februar wird Caritas die Betreuung übernehmen. Doch die Wahl des Standorts in Ratingen-West – einem Stadtteil, der aufgrund hoher Zuwanderung bereits als sozialer Brennpunkt gilt – hat die Sorgen der Anwohner weiter verstärkt. Zwar grenzen Gewerbebetriebe an das Gelände, doch viele fragen sich, warum sie nicht früher in die Planungen einbezogen wurden. Die Stadtverwaltungen verwies auf die Einbindung „relevanter Stellen“, nannte jedoch keine konkreten Namen oder Gruppen.
Trotz der Kritik soll die Unterkunft wie geplant eröffnet werden. Alle Bewohner verfügen über einen gesicherten Aufenthaltsstatus und haben Zugang zu Arbeitsmöglichkeiten oder Integrationshilfen. Die Art und Weise, wie die Stadt die Ankündigung kommuniziert hat, führt jedoch dazu, dass viele Anwohner künftig mehr Transparenz und frühzeitigere Informationen fordern.
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