Zoll deckt massenhafte Steuertricks mit manipulierten Sprit-Tanks auf
Horst-Dieter GertzZoll deckt massenhafte Steuertricks mit manipulierten Sprit-Tanks auf
Die Zollbehörden haben ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung bei Kraftstoffen durch Speditionen deutlich verstärkt. Bei Kontrollen wurden zahlreiche Fälle manipulierter Kraftstofftanks aufgedeckt, was zu erheblichen Mehreinnahmen bei der Energiesteuer führte. Die verschärften Maßnahmen richten sich gegen Unternehmen, die Schlupflöcher ausnutzen, um Tankvorgänge in Deutschland oder anderen EU-Ländern mit höheren Spritpreisen zu umgehen.
In Aachen entdeckten Zollbeamte kürzlich Kühltransporter mit nicht normgerechten Kraftstofftanks. Die Fahrzeuge waren mit deutlich größeren Tanks nachgerüstet worden – statt der üblichen 235 bis 245 Liter fassten diese 550 bis 800 Liter. Solche Umbauten ermöglichen es Transportfirmen, zusätzlich günstigeren Kraftstoff aus dem Ausland mitzuführen.
Nach geltendem Recht ist Kraftstoff in Standardtanks bei Grenzübertritten von Abgaben befreit. Werden die Tanks jedoch ausgetauscht, fallen sowohl Energiesteuer als auch Einfuhrumsatzsteuer an. Um die Abschreckung zu erhöhen, erheben die Behörden bei Steuerhinterziehung nun einen Zuschlag auf die Nachforderungen.
Allein im vergangenen Jahr identifizierten die Prüfer bundesweit zahlreiche Verstöße. Durch ihre Arbeit sicherten sie sechsstellige Beträge an Energiesteuern – ein Beleg für das Ausmaß des Problems. Die Maßnahmen zielen darauf ab, eine gängige Steuerumgehungspraxis von Transportunternehmen zu unterbinden. Mit strengeren Kontrollen und höheren Strafen wollen die Zollbehörden für fairen Wettbewerb sorgen und die staatlichen Steuereinnahmen schützen. Der Zuschlag auf Steuernachforderungen soll Unternehmen zusätzlich motivieren, die Vorschriften einzuhalten.
