21 February 2026, 16:55

Zugbegleiterin bricht ihr Schweigen: "Wir sind keine Punchingballs!"

Ein Bahnhof in Berlin, Deutschland, mit einem Zug auf den Gleisen, beleuchtet von Deckenlampen, Graffiti an der linken Wand und ein paar Gegenständen auf der rechten Seite.

Zugbegleiterin bricht ihr Schweigen: "Wir sind keine Punchingballs!"

Eine Zugbegleiterin aus Saerbeck bricht ihr Schweigen über die Gefahren ihres Jobs

Mandy Brune, die seit 25 Jahren bei der db fahrplan arbeitet, hat verbale Beleidigungen, Drohungen und sogar körperliche Angriffe erlebt. Jetzt engagiert sie sich in einer neuen Kampagne, die auf die Belastungen von Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in ganz Deutschland aufmerksam machen soll.

Brune liebt ihren Beruf, doch sie gibt zu, dass es Momente gab, die sie zutiefst verängstigt haben. Sie erinnert sich an Vorfälle, bei denen Fahrgäste schweigend zusahen, während sie belästigt wurde. Die Gleichgültigkeit der Umstehenden hat sie besonders verletzlich zurückgelassen.

Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" will genau das ändern. Plakate am Bahnhof Münster zeigen nun provokante Botschaften wie "Ich bringe Sie sicher ans Ziel. Und Sie spucken mir ins Gesicht." Ziel ist es, Fahrgäste zum Umdenken zu bringen, bevor sie die bahn Mitarbeiter respektlos behandeln.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Brune spürt bereits erste Fortschritte: Einige Reisende greifen mittlerweile ein, wenn sie angegriffen wird – ein Zeichen für wachsendes Bewusstsein. Doch das Problem bleibt flächendeckend. Allein 2023 meldete die db fahrplan 1.846 Angriffe auf Bahnmitarbeiter an die Polizei.

Gewerkschaftsführer Neithard von Böhlen fordert nun strengere Schutzmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem Doppelteams auf Streifen, Körperkameras für Beschäftigte und eine spezielle Staatsanwaltschaft für Übergriffe. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der die Vorfälle weiter zunehmen – und viele Zugbegleiter wie Brune sich schutzlos fühlen.

Die Kampagne rückt die Risiken ins Rampenlicht, denen Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr täglich ausgesetzt sind. Brunes Geschichte steht für einen breiteren Kampf um sichere Arbeitsbedingungen. Mit Rückhalt durch die Gewerkschaften und wachsender Sensibilität der Fahrgäste wächst die Hoffnung auf Veränderung.