ZVEI zeigt Wege zu flexibleren und transparenteren Stromnetzen in Deutschland

Christoph Döhn
Christoph Döhn
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Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum mit elektronischen Geräten in den Racks und Lampen oben.Christoph Döhn

ZVEI zeigt Wege zu flexibleren und transparenteren Stromnetzen in Deutschland

ZVEI benennt zentrale Schritte für mehr Flexibilität und Transparenz im deutschen Stromnetz

Auf dem Climate Solution Forum während der E-world energy & water in Essen hat der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) wichtige Maßnahmen vorgestellt, um die Flexibilität und Transparenz des deutschen Stromnetzes zu verbessern. Fachleute betonten dort die Notwendigkeit, Steuerungssysteme schneller einzuführen und das Datenmanagement zu optimieren.

Hintergrund ist das Vorhaben Deutschlands, seine Stromnetze zu modernisieren, um Effizienz und Resilienz zu steigern.

Der ZVEI nannte zwei zentrale Handlungsfelder, um das Netz zu stärken: Erstens muss der Ausbau von Netzsteuerungssystemen in den Verteilnetzen beschleunigt werden. Zwar existiert die Technologie bereits, doch fehlt es an flächendeckender Umsetzung, klaren Schnittstellen und robusten regulatorischen Rahmenbedingungen. Ohne diese bleiben isolierte Pilotprojekte – wie die rund 120 Tests mit virtuellen Kraftwerken in Deutschland, Südkorea und Australien – ohne großskaligen Nutzen.

Zweitens steht die Einführung des Digitalen Produktpasses 4.0 (DPP4.0) im Fokus. Dieses System würde ein verlässliches Datenrahmenwerk schaffen, das den gesamten Lebenszyklus eines Produkts abbildet und so die Transparenz im Netzmanagement erhöht. Damit der DPP4.0 gelingt, müssen Hersteller und Nutzer ein unabhängiges Datenökosystem aufbauen, das als zentrale Datenquelle in einem sicheren, interoperablen digitalen Raum dient.

Um die Netflexibilität zu steigern, fordert der ZVEI zudem strengere technische Standards und die Schließung von Lücken zwischen verschiedenen Systemkomponenten. Ziel ist es, Pilotprojekte in die breite Anwendung zu überführen. Ab 2026 wird mit einer deutlichen Beschleunigung beim Ausbau der Steuerungssysteme gerechnet, während bis 2027 messbare Fortschritte in Niedrigspannungsnetzen erreicht werden sollen.

Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt von Tempo, Standardisierung und konsequenter Umsetzung ab. Ein widerstandsfähiges und effizientes Energiesystem erfordert sowohl technologische Bereitschaft als auch abgestimmtes Handeln aller Beteiligten. Die Vorschläge des ZVEI zielen darauf ab, sicherzustellen, dass das deutsche Netz künftigen Anforderungen an Flexibilität und Zuverlässigkeit gerecht wird.