Apotheken in NRW kämpfen ums Überleben – Schließungswelle bedroht Patientenversorgung
Horst-Dieter GertzApotheken in NRW kämpfen ums Überleben – Schließungswelle bedroht Patientenversorgung
Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich kürzlich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Herausforderungen im Apothekensektor zu sprechen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche standen finanzielle Belastungen, angemessene Vergütung und die Auswirkungen von Schließungen auf die Patientenversorgung in Nordrhein-Westfalen.
Bei dem Treffen wurde die wirtschaftliche Notlage vieler Apotheken vor Ort deutlich: Während die Gebühren seit Jahren stagnieren und die Kosten steigen, sahen sich zahlreiche Betriebe gezwungen, zu schließen. Allein 2025 stellten in NRW 97 Apotheken ihren Betrieb ein – wie viele davon direkt mit den Gebührenanpassungen zusammenhängen, bleibt jedoch unklar. Lohmann warnte, dass die Schließungen sowohl ländliche als auch städtische Regionen betreffen und Patienten längere Anfahrtswege für Notfall- und Nachtdienste in Kauf nehmen müssen.
Lohmann betonte, dass verschreibungspflichtige Medikamente das Rückgrat seines Geschäfts bilden, während rezeptfreie Verkäufe nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zudem kritisierte er die ungleichen Wettbewerbsbedingungen durch Versandapotheken, die Rabatte von bis zu 10 Euro gewähren können, während die feste Abgabegebühr für stationäre Apotheken bei lediglich 8,35 Euro liegt. Um diese Probleme zu lösen, forderte er eine bessere Vergütung, um die lokale Patientenversorgung zu sichern und die Löhne des Personals zu verbessern.
Schrumpf, der als Landespolitiker nur begrenzten Einfluss hat, versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen. Gleichzeitig unterstützte er die für den 23. März geplanten Proteste und räumte ein, dass das Problem der Gebühren in der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt sei. Die Gespräche unterstrichen die Dringlichkeit, Lösungen zu finden, bevor weitere Apotheken schließen müssen.
Das Treffen zwischen Lohmann und Schrumpf rückte die finanziellen Schwierigkeiten der Apotheken in NRW in den Fokus. Angesichts steigender Schließungszahlen und gefährdeter Patientenversorgung werden die Forderungen nach fairer Vergütung und politischen Reformen immer lauter. Die geplanten Proteste sollen Druck aufbauen, bevor sich die Lage weiter verschärft.