Bergisch Gladbach steht vor historischem Haushaltsdefizit von 44 Millionen Euro
Christoph DöhnBergisch Gladbach steht vor historischem Haushaltsdefizit von 44 Millionen Euro
Bergisch Gladbach meldet vorläufiges Defizit von 44 Millionen Euro für 2024
Die Stadt Bergisch Gladbach verzeichnet für das Jahr 2024 einen vorläufigen Fehlbetrag von 44 Millionen Euro – das erste deutlich negative Jahresergebnis in ihrer Geschichte. Zwar fällt die Summe um 20 Millionen Euro geringer aus als zunächst befürchtet, doch die Verantwortlichen zeigen sich zurückhaltend bei der Einschätzung künftiger Haushalte. Die Verwaltung wird nun im Dezember einen Entwurf für den Haushalt 2026 vorlegen, in der Hoffnung, strengere finanzielle Kontrollmaßnahmen abzuwenden.
Wie der Jahresabschluss 2024 zeigt, beläuft sich das Defizit auf 44 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang, aber dennoch eine Verbesserung gegenüber der ursprünglich prognostizierten Lücke von 63,3 Millionen Euro. Höhere Gewerbesteuereinnahmen und gesunkene Zinslasten milderten die Situation. Doch der Kommunalfinanzbericht 2025 der Bertelsmann Stiftung warnt, dass das Jahr 2024 einen Wendepunkt für die kommunalen Haushalte markiert: Deutsche Gemeinden stehen vor einem kumulierten Defizit von 24,8 Milliarden Euro.
Für das kommende Jahr rechnet Bergisch Gladbach mit einem Fehlbetrag von 54 Millionen Euro – etwas weniger als die geplanten 60,4 Millionen Euro. Dennoch werden steigende Personal- und Sachkosten die Haushaltslage weiter belasten: 2025 droht ein zusätzliches Minus von 2 Millionen Euro, 2026 von 3,7 Millionen Euro. Die Stadt muss nun ihre Ausgaben anpassen, um die langfristige Finanzstabilität zu sichern und den Investitionsstau bei der Infrastruktur abzubauen.
Der Städtetag NRW fordert stärkere Unterstützung von Bund und Ländern und pocht darauf, dass mindestens 78 Prozent der Bundesmittel direkt an die Kommunen weitergeleitet werden. Ohne zusätzliche Finanzhilfen, so die Warnung, seien positive Jahresergebnisse in den kommenden Jahren nicht zu erreichen.
Die finanzielle Perspektive Bergisch Gladbachs bleibt angespannt – eine schnelle Rückkehr zu ausgeglichenen Haushalten ist nicht in Sicht. Die Weichenstellungen ab 2026 werden entscheidend sein, um die Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und die Schuldenlast zu verringern. Im Dezember soll der Entwurf für den Haushalt 2026 vorgelegt werden, mit dem Ziel, zwingende Stabilisierungsmaßnahmen zu vermeiden.






