Bibliotheken in NRW: Vom Buchverleih zu lebendigen Begegnungszentren
Horst-Dieter GertzBibliotheken in NRW: Vom Buchverleih zu lebendigen Begegnungszentren
Bibliotheken in Deutschland wandeln sich rasant – längst sind sie nicht mehr nur Orte für Bücher, sondern bieten von Spielkonsolen bis hin zu Elektrowerkzeugen alles an. Zum jährlichen Tag der Bibliotheken am 24. Oktober präsentieren viele Häuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) mit besonderen Aktionen und offenen Türen ihre moderne Rolle.
Über 1.700 Bibliotheken gibt es allein in NRW – mehr als in jedem anderen Bundesland. 2023 zählte man über 22,3 Millionen Besuche, im Schnitt also 1,2 pro Einwohner. Die Einrichtungen haben sich längst vom klassischen Verleih weiterentwickelt: Sie bieten Zugang zu digitalen Medien, Computern, 3D-Druckern und sogar Gaming-Stationen.
Zum diesjährigen Tag der Bibliotheken gibt es unter anderem Führungen hinter die Kulissen und Spieltest-Sessions. Heike Pflugner, Vorsitzende des Bibliotheksverbands NRW, bezeichnet Bibliotheken als den "dritten Ort" – einen Treffpunkt für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten. Der Medienpädagoge Prof. Friedrich Schönweiss betont ihre Funktion als Zentren für Sprache, Kultur und Dialog.
Der Druck für mehr Zugänglichkeit wächst: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordert nun, Bibliotheken auch sonntags und an Feiertagen zu öffnen. Sein Vorstoß soll die sich wandelnden Einrichtungen noch stärker für die Öffentlichkeit verfügbar machen.
Die Bibliotheken in NRW beweisen ihren Wert als lebendige Kommunikations- und Begegnungszentren. Mit Millionen Besuchen jährlich und einem stetig wachsenden Angebot bedienen sie längst nicht mehr nur Leser. Die Forderung nach längeren Öffnungszeiten könnte sie bald noch zugänglicher machen – für alle.






