Deutsche und japanische Physiker unterzeichnen Friedensappell in Münster
Kristiane DippelDeutsche und japanische Physiker unterzeichnen Friedensappell in Münster
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Physikalische Gesellschaft Japans (JPS) haben eine gemeinsame Erklärung für Frieden und verantwortungsvollen wissenschaftlichen Fortschritt unterzeichnet. Das unter dem Titel "Erklärung für die Zukunft" geschlossene Abkommen wurde im Historischen Rathaus von Münster finalisiert, wo sich Führungskräfte beider Organisationen mit lokalen Vertretern trafen. Die Veranstaltung unterstreicht die wachsende Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften in Fragen wie nukleare Abrüstung und globale Bildung.
Eine Delegation von DPG und JPS traf diese Woche in Münster ein, wo sie von Bürgermeister Tilman Fuchs im Friedenssaal begrüßt wurde. Fuchs betonte die lange Tradition der Stadt als Vermittlerin im internationalen Dialog und erinnerte daran, dass Münster weiterhin Brücken baut – durch Wissenschaft und Kultur.
Die neu unterzeichnete Erklärung konzentriert sich auf die von Atomwaffen ausgehenden Risiken. Sie fordert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, ihre Fortschritte im Dienste humanitärer Ziele und nicht für militärische Zwecke einzusetzen. Damit knüpft sie an frühere Initiativen der DPG an, darunter die 2022 gestartete Kampagne "Physik für den Frieden", die physikbasierte Friedensbildung an Schulen und Universitäten in ganz Deutschland bringt. Die Gesellschaft veröffentlichte zudem jährlich Stellungnahmen gegen die atomare Aufrüstung, zuletzt 2023 und 2025, und arbeitete mit NGOs wie der IPPNW zusammen, um Workshops zu Abrüstungstechnologien zu veranstalten.
Über die politische Dimension hinaus beendet die DPG mit "Quantum 100" das deutsche "Jahr der Quanten". Die nationale Veranstaltung findet am 15. November in der Halle Münsterland statt und umfasst eine Ausstellung zu Quantentechnologien, Fachvorträge sowie ein Konzert mit dem Titel "Fundamentale Wechselwirkungen". Als Schirmherrin der Veranstaltung – die DPG ist mit über 52.000 Mitgliedern eine der größten physikalischen Gesellschaften weltweit – will sie zeigen, wie die Quantenforschung das moderne Leben prägt.
Die Erklärung festigt die Bindungen zwischen deutschen und japanischen Physikern und setzt sich für ethische Innovation ein. Münsters Rolle als Gastgeberstadt unterstreicht einmal mehr seinen Ruf als Ort grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Gleichzeitig bietet "Quantum 100" der Öffentlichkeit die Gelegenheit, die neuesten Entwicklungen der Quantenwissenschaft zu entdecken – eine Mischung aus Bildung und kulturellem Austausch.






