29 April 2026, 18:21

Fußball zwischen Philosophie und Emotion: Warum Verbitterung zum Erfolg führt

Plakat an einer Wand, das Zuschauer bei einem Fußballspiel im Stadion zeigt, mit der Überschrift "Football by the Underground - Humours of London No. 3" darüber.

Fußball zwischen Philosophie und Emotion: Warum Verbitterung zum Erfolg führt

Im Fußball werden oft drastische Begriffe verwendet, um die Einstellung einer Mannschaft zu beschreiben. Spieler und Trainer sprechen davon, hungrig, verbittert oder sogar abstoßend zu sein – Begriffe, die der Philosophie und Psychologie entlehnt sind. Diese Zuschreibungen prägen mittlerweile, wie das Spiel auf höchstem Niveau analysiert und gespielt wird.

Die Idee des Ekelgefühls im Wettbewerb ist nicht neu. Jean-Paul Sartre setzte sich damit in seinem Roman Der Ekel (1938) auseinander, während Arthur Schopenhauers Werk Die Welt als Wille und Vorstellung körperliche Stärke als Ausdruck des Willens deutete. Heute hat der Fußball diese Konzepte auf seine eigene Weise übernommen.

Der deutsche Nationalspieler Joshua Kimmich beschrieb sich kürzlich als verbitterter, zäher, skrupelloser – Eigenschaften, von denen er überzeugt ist, dass sie zum Erfolg führen. Seine Aussagen spiegeln einen größeren Trend wider. Trainer wie Julian Nagelsmann haben von ihren Spielern Gier und Verbitterung gefordert, so wie vor dem Spiel Deutschlands gegen Nordirland.

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Auch Vereine fördern diese Haltung. Beim SC Freiburg wurde Stürmer Maximilian Philipp kritisiert, weil er im Training nicht genug Biss zeigte. Der Aufstieg von Arminia Bielefeld hingegen wird mit ihrer wachsenden Kampfbereitschaft auf dem Platz in Verbindung gebracht. Manche Spieler bestehen sogar darauf, dass Gegner es widerlich finden sollten, gegen sie antreten zu müssen.

Doch nicht jeder Sieg hängt von dieser Intensität ab. Ein Team demontierte kürzlich Leverkusen mit 7:0 – ohne besonders verbissen oder skrupellos zu wirken. Ihr Erfolg beruhte auf Klasse, nicht auf Einstellung – ein Beweis dafür, dass reines Talent nach wie vor dominieren kann.

Die Diskussion, ob Verbitterung oder Hunger entscheidend ist, hält im Fußball an. Trainer und Spieler argumentieren, man müsse sich für eines der beiden entscheiden, da sie nicht nebeneinander bestehen könnten. Ob durch rohe Emotion oder reine Fähigkeit – der Sport entwickelt sich weiter, wobei die Philosophie eine unerwartete Rolle spielt.

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