Solingen ehrt Max Leven: Neues Zentrum erinnert an ermordeten jüdischen Kommunisten
Nina PohlSolingen ehrt Max Leven: Neues Zentrum erinnert an ermordeten jüdischen Kommunisten
Neues Zentrum ehrt Leben und Vermächtnis von Max Leven in Solingen
In Solingen hat ein neues Zentrum eröffnet, das dem Leben und Wirken von Max Leven gewidmet ist. Das Max-Leven-Zentrum, das am Dienstag feierlich eröffnet wurde, dient als Ort der Erinnerung, der Bildung und der öffentlichen Auseinandersetzung. Das Projekt entstand 2019 aus einer Bürgerinitiative und wurde in Zusammenarbeit mit dem Solinger Stadtarchiv gestaltet.
Max Leven wurde 1882 in Thionville (Diedenhofen) geboren und zog 1916 nach Solingen. Als jüdischer Kommunist und Kulturkritiker schrieb er für die Bergische Arbeiterstimme. Sein Werk und sein Einfluss sind nun Teil der Dauerausstellung des Zentrums – neben Persönlichkeiten wie Änne Wagner, einer Kollegin aus der Redaktion der 1920er-Jahre.
Die Ausstellung beleuchtet auch das gewaltsame Ende von Levens Leben: Am 10. November 1938 wurde er während der Novemberpogrome – der sogenannten Reichskristallnacht – von Nationalsozialisten in seiner eigenen Wohnung ermordet. Seine Frau und Töchter wurden später deportiert und im Holocaust ermordet.
Das Zentrum setzt sich mit lokalen Schicksalen von Verfolgung und Widerstand während der NS-Zeit auseinander und zeigt, wie die nationalsozialistische Politik den Alltag in Solingen prägte. Unterstützung erhielt das Projekt unter anderem von der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und der Stadtsparkasse Solingen.
Bei der Eröffnung betonte Oberbürgermeister Tim Kurzbach seine Hoffnung, dass das Zentrum zu einem lebendigen Forum für Debatten werde – auch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten. Die erste öffentliche Öffnung findet am Sonntag, dem 2. November, von 11:00 bis 17:00 Uhr statt.
Das Max-Leven-Zentrum ist nun ein fester Ort des Lernens und der Reflexion. Es verbindet Solingens Vergangenheit mit aktuellen Diskussionen über Demokratie und Menschenrechte. An diesem Wochenende öffnet es erstmals seine Türen für Besucher.






