15 March 2026, 04:16

Großrazzia in NRW: 63-Jähriger soll tonnenweise Giftmüll illegal entsorgt haben

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllentsorgung und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Großrazzia in NRW: 63-Jähriger soll tonnenweise Giftmüll illegal entsorgt haben

Großrazzia in Nordrhein-Westfalen: 63-Jähriger aus Unna wegen illegaler Abfallentsorgung angeklagt

Eine groß angelegte Ermittlung zu illegalen Abfallentsorgungen in Nordrhein-Westfalen hat zu Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallhändler aus Unna geführt. Den Behörden zufolge steht er im Verdacht, über anderthalb Jahre ein kriminelles Netzwerk betrieben zu haben, das gefährliche Abfälle in großem Stil manipulierte. Im Zentrum des Falls stehen tausende Tonnen belasteter Erde sowie betrügerische Machenschaften an mehreren Standorten.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität des Landes hat den Beschuldigten offiziell der illegalen Betreibung von Abfallanlagen, des unerlaubten Umgangs mit Gefahrstoffen und des organisierten Betrugs angeklagt. Seit Oktober vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft.

Ermittlern zufolge nahm der Mann gemeinsam mit Komplizen seit mindestens Januar 2024 gefährliche Abfälle an, mischte sie um und etikettierte sie neu. Die Gruppe soll die Stoffe anschließend an nicht genehmigten Orten entsorgt haben, darunter im Tagebau Garzweiler. Auf einem Gelände in Selfkant, nahe der niederländischen Grenze, lagerten rund 23.000 Tonnen illegal abgeladener, kontaminierter Erde.

Der Angeklagte war bereits früher in die Entsorgung von Abfällen aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen verwickelt. Zwischen 2010 und 2013 wurden belastete Materialien aus dem Werk in einer Tongrube in Schermbeck vergraben. Unterdessen fordert die Stadt Gelsenkirchen nun im Rahmen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eine stärkere Haftung der Erzeuger und Lieferanten – die verantwortliche Entsorgungsfirma sei bisher nicht ausreichend zur Rechenschaft gezogen worden.

Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten die Behörden 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände aus dem Fahrzeug des Verdächtigen. Die Ermittlungen laufen weiter; mehrere Standorte werden noch untersucht.

Die Anklage stellt den ersten formalen Vorwurf in den langjährigen Ermittlungen zu großflächiger Umweltkriminalität dar. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, illegale Abfallentsorgung zu bekämpfen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Gelsenkirchens juristisches Vorgehen deutet auf eine breitere Initiative hin, die Einhaltung strengerer Abfallwirtschaftsregeln durchzusetzen.

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