Hohe Benzinpreise belasten Autofahrer – warum die Tankstellen kaum profitieren
Nina PohlHohe Benzinpreise belasten Autofahrer – warum die Tankstellen kaum profitieren
Spritpreise in Deutschland bleiben Belastung für Autofahrer
Anfang 2026 belasten weiterhin hohe Diesel- und Benzinpreise die deutschen Autofahrer. Zwar haben sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr leicht verändert, doch viele Kraftfahrer – insbesondere Fahrdienstvermittler – spüren die finanzielle Belastung deutlich. Hinter den Kulissen betonen Tankstellenbetreiber, dass sie von den steigenden Kosten kaum profitieren.
In Köln mussten Autofahrer an der Zapfsäule tief in die Tasche greifen: Zu Spitzenzeiten kosteten alle vier Kraftstoffsorten mehr als 2 Euro pro Liter. Die Uber-Fahrerin Mira war überrascht, als sie trotz fast leerem Tank über 2 Euro pro Liter bezahlen musste. Obwohl die Preise während des Tankvorgangs kurzzeitig sanken, blieb ihr keine Wahl, als zu zapfen.
Ein weiterer Uber-Fahrer, Heijrat Salarzei, nutzt inzwischen Apps, um die günstigsten Spritpreise zu vergleichen. Viele Fahrer in der Stadt zögern das Tanken hinaus in der Hoffnung auf sinkende Preise. Eine Kassiererin an einer lokalen Tankstelle berichtete von der Verärgerung der Kunden, die sich häufig über die hohen Kosten beschweren.
Bundesweit lag der Durchschnittspreis für Diesel Anfang 2026 bei etwa 1,71 Euro pro Liter – ein leichter Anstieg gegenüber Anfang 2025. Superbenzin (E10) kostete im Schnitt 1,75 Euro und damit mehr als im Vorjahr. Der Bundesverband Tankstellen e.V. erklärte, dass die Betreiber pro Liter nur ein bis zwei Cent Gewinn erzielen. Den Großteil der Kosten machen demnach die CO₂-Steuer (seit 2021 mit 8 bis 17 Cent pro Liter), die Rohölpreise und die Energiesteuer aus. Die Betreiber betonten, dass sie nicht an den Gewinnen der Mineralölkonzerne beteiligt sind.
Die hohen Spritpreise setzen vor allem Berufskraftfahrer unter Druck, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Da Steuern und Rohölkosten die Preise auf hohem Niveau halten, ist vorerst keine Entlastung in Sicht. Die Tankstellenbetreiber hingegen beharren darauf, dass ihre Margen minimal bleiben – die finanzielle Last tragen damit weiterhin die Autofahrer.