Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 1960er wurde
1966 brachte die DDR Steffi auf den Markt – eine Modepuppe, die sich speziell an Jugendliche richtete. Die Kreation war eine direkte Antwort auf westliche Konkurrentinnen wie Barbie und Petra. Entworfen von Margot Schmied, erhielt die Puppe den Namen ihrer eigenen Tochter und entwickelte sich schnell zu einem kulturellen Symbol ihrer Zeit.
Hergestellt wurde Steffi in Waltershausen, einer kleinen Stadt im Thüringer Wald, von der staatseigenen VEB Puppenfabrik Biggi. Ihr Design hob sich durch eine kräftigere, erwachsenere Statur und einen Make-up-Stil ab, der die mutigen Modetrends der 1960er-Jahre widerspiegelte. Im Gegensatz zu Barbies oft glamourösem Aussehen wirkte Steffi schlichter und alltagstauglicher.
Mit einem Preis von 16 DDR-Mark war sie für die meisten Familien damals ein teures Vergnügen. Heute zahlen Sammler je nach Zustand und originaler Ausstattung zwischen 20 und 200 Euro für eine Steffi-Puppe. Ihre Garderobe war zwar nicht so umfangreich wie die von Barbie, umfasste aber stilvolle und funktionale Outfits. Frühere Versionen gab es zudem in verschiedenen Hauttönen – ein für die Zeit fortschrittlicher Schritt.
Steffi war nicht nur ein Produkt für den heimischen Markt – sie wurde exportiert und oft als Geschenk an ausländische Amtsträger überreicht. Diese Verkäufe brachten der DDR wertvolle Devisen ein. Zwischen 1977 und 1983 erschien die Puppe sogar mit zwölf Berufsoutfits, darunter Krankenschwester, Ärztin und Feuerwehrfrau, was den Fokus auf Arbeitsrollen unterstrich.
Hinzuweisen ist, dass die heutige Steffi LOVE der Simba-Dickie-Gruppe keine Verbindung zur Original-Puppe hat. Die DDR-Steffi bleibt ein eigenständiges Stück Geschichte, eng verknüpft mit der sozialen und wirtschaftlichen Landschaft ihrer Epoche.
Steffis Vermächtnis lebt als einzigartiges Produkt des DDR-Designs und der ostdeutschen Fertigung weiter. Ihr praktischer Stil, die vielfältigen Outfits und ihre Rolle im internationalen Handel machten sie zu mehr als nur einem Spielzeug. Heute ist sie ein begehrtes Sammlerstück – eine greifbare Erinnerung an die Vergangenheit der DDR.