"Sündenwald" in Manheim: Rodung beginnt trotz monatelanger Proteste und Baumhaus-Barrikaden
Christoph Döhn"Sündenwald" in Manheim: Rodung beginnt trotz monatelanger Proteste und Baumhaus-Barrikaden
Der „Sündenwald“ in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – nach monatelangen Protesten. Aktivist:innen besetzen das Gebiet seit Ende 2024 und hatten die Räumung durch Baumhausbarrikaden verzögert. Nun haben die Behörden strenge Betretungsverbote verhängt, um die bevorstehende Rodung vorzubereiten.
Das etwa einen Hektar große Waldstück sollte ursprünglich Ende 2024 gerodet werden. Doch die Protestierenden zogen ein, errichteten Baumhäuser und lebten vor Ort den gesamten Sommer 2025 über. Ihr Widerstand sorgte für Verzögerungen, doch die Stadt Kerpen hat nun ab dem 6. Oktober ein vollständiges Betretungsverbot durchgesetzt – bis die Räumung abgeschlossen ist.
Noch immer halten sich etwa fünf bis zehn Personen im Wald auf, die in provisorischen Unterkünften übernachten. Weitere Unterstützer:innen kündigten an, sich dem Widerstand anzuschließen. Die Bewegung ruft zu Sachspenden wie Nahrungsmitteln und Kleidung auf und lädt die Medien für Montag, 11:00 Uhr, zu einer Pressekonferenz ein.
Die Rodung ist Teil der größeren Pläne des Energiekonzerns RWE für die Region. Das Unternehmen, dem der Großteil der Brachflächen in Manheim gehört, will nahezu 250 Millionen Kubikmeter Erde aus dem Gebiet abtransportieren. Das Material soll verwendet werden, um Halden für das Seenprojekt „Wasser voran“ einebnen, dessen Start für 2030 geplant ist. Kerpen und die RWE Power AG arbeiten seit Langem im Rahmen eines „Rahmenabkommens für nachhaltige Zusammenarbeit“ eng zusammen.
Die Räumung markiert das Ende einer langen Konfrontation zwischen Aktivist:innen und Behörden. Mit dem nun geltenden Betretungsverbot will die Stadt die Aktion ohne weitere Störungen abschließen. Anschließend soll die Erde aus Manheim für RWEs langfristiges Seenentwicklungsprojekt wiederverwendet werden.






