13 March 2026, 16:43

Warendorf erhöht Wohnmobil-Gebühren – Stammgäste drohen mit Boykott

Ein öffentlicher Markt mit einem vor ihm geparkten Van, umgeben von Gebäuden, Geschäften, Motorfahrzeugen auf der Straße, Personen unter einem Zelt sitzend, Geländern, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Warendorf erhöht Wohnmobil-Gebühren – Stammgäste drohen mit Boykott

Warendorf führt ab diesem Frühjahr eine Tagesgebühr von 15 Euro für Stellplätze von Wohnmobilen ein. Der Stadtrat beschloss die Erhöhung bereits im Herbst 2023, um sich an die Preise privater Anbieter anzugleichen und die Finanzierung von Verbesserungen auf dem Gelände zu sichern. Langjährige Gäste kritisieren die Preiserhöhung jedoch als überzogen.

Die neue Gebühr tritt im April in Kraft – zeitgleich mit Modernisierungsmaßnahmen der Infrastruktur. Veraltete Stromsäulen werden ausgetauscht, und Parksäulen sollen installiert werden. Die Stadt begründet die Erhöhung mit der attraktiven Lage und den Angeboten des Platzes, räumt aber ein, dass einige Besucher dadurch abschreckt werden könnten.

Eine günstigere Alternative bietet der städtische Platz Wiesengrund mit einfachen Stellplätzen. Dort sollen die Gebühren bei etwa 5 Euro bleiben, allerdings ohne die Zusatzleistungen des Hauptstandorts. Die beiden anderen nahegelegenen Optionen – Linnenwiese mit 20 Saisonplätzen und ein kleinerer Platz in Everswinkel – verfügen nur über begrenztes Angebot.

Der 83-jährige Stammgast Günter Brossat aus Unna hat sich öffentlich gegen die Preiserhöhung ausgesprochen. Er bezeichnet die neue Gebühr als unerschwinglich und kündigte an, künftig nicht mehr zu kommen. Andere könnten seinem Beispiel folgen, was die Tourismus-Einnahmen der Stadt schmälern könnte.

Mit der Gebührenanpassung passt sich Warendorf zwar an private Konkurrenten an und finanziert dringende Sanierungen. Doch wenn Camper tatsächlich ausbleiben, droht ein Rückgang der Besucherzahlen. Die Alternative in Wiesengrund bleibt zwar günstiger, bietet aber nicht denselben Komfort.