Wie eine Apotheke in Herten durch Konkurs der Konkurrenz wächst
Die Schließung einer nahegelegenen Apotheke hat der Apotheke im Cirkel in Herten unerwartetes Wachstum beschert. Apotheker Ingo Müller erweiterte seine Kassenbereiche und stellte zusätzliches Personal ein, nachdem die City-Apotheke nur 500 Meter entfernt ihre Pforten geschlossen hatte. Der plötzliche Kundenansturm zwang ihn zu schnellem Handeln.
Müller übernahm die Apotheke 2018 und eröffnete zwei Jahre später eine zweite Filiale. Als die City-Apotheke dichtmachte, sah sich sein Team mit einem starken Besucherandrang konfrontiert. Um dies zu bewältigen, bat er bestehende Mitarbeiter, mehr Stunden zu arbeiten, und holte ehemalige Angestellte der geschlossenen Apotheke ins Team.
Das Unternehmen hat zudem in neue Dienstleistungen investiert. Ein rund um die Uhr zugänglicher Automaten-Schalter übernimmt nun die Ausgabe rezeptfreier Medikamente und entlastet so die Wartezeiten. Müller bietet in seiner Hauptapotheke außerdem die Abgabe von Medikamenten in Blisterverpackungen an – ein Service, der Pflegeheime, ambulante Pflegedienste und Arztpraxen beliefert.
Doch bleiben Herausforderungen bestehen. Steigende Lohnkosten und die Umstellung auf E-Rezepte schmälern die Gewinne. Technische Störungen im E-Rezept-System können zudem den Verkauf behindern und die finanzielle Belastung erhöhen. Trotz dieser Widrigkeiten blickt Müller optimistisch in die Zukunft.
Die Schließung eines Konkurrenten hat der Apotheke im Cirkel einen Kundenzuwachs verschafft. Müllers schnelle Reaktion – die Erweiterung des Angebots und die Einstellung neuer Kräfte – half, die Nachfrage zu bewältigen. Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Belastungen und digitaler Hürden wird der langfristige Erfolg der Apotheke jedoch davon abhängen, Innovation und Kostenkontrolle in Einklang zu bringen.