Wie Irina Vavitsa als Gastarbeiterin für gleiche Löhne kämpfte und Geschichte schrieb
Christoph DöhnWie Irina Vavitsa als Gastarbeiterin für gleiche Löhne kämpfte und Geschichte schrieb
In Deutschland entwickelt sich langsam eine Erinnerungskultur an die Kämpfe der Gastarbeiter:innen. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Gewerkschaften. Eine prägende Figur ist Irina Vavitsa, die 1971 aus Griechenland einreiste und zu einer wichtigen Stimme im Kampf um gleiche Rechte wurde.
1971 begann Vavitsa bei Hella, einem Automobilzulieferer in Lippstadt, zu arbeiten. Sie lebte in Baracken, die zuvor während der NS-Zeit Zwangsarbeiter:innen beherbergt hatten. Als ungelerntes Arbeitskraft verdiente sie weniger als ihre deutschen Kolleg:innen und männlichen Kollegen.
1973 löste die Ölkrise und eine geplante Lohnerhöhung für deutsche Fachkräfte einen Streik aus. Vavitsa und andere Migrant:innen forderten gleichen Lohn. Der dreitägige Arbeitskampf war erfolgreich: Die migrantischen Beschäftigten erhielten eine Erhöhung von 50 Pfennig pro Stunde.
Die Aktion markierte einen Wendepunkt. Sie zeigte den Entschluss der Gastarbeiter:innen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern und sich mit anderen zu solidarisieren. Der Streik ebnete zudem ihren Weg in die Gewerkschaftsstrukturen und stärkte ihre kollektive Stimme.
Der Arbeitskampf bei Hella machte die Kämpfe der Gastarbeiter:innen und ihren Einsatz für Gerechtigkeit sichtbar. Gleichzeitig festigte er ihre Position innerhalb der Gewerkschaften. Heute ist Irina Vavitsa, mit 76 Jahren, weiterhin bei der IG Metall aktiv und setzt sich weiterhin für Arbeiterrechte und eine klassenbewusste Gesellschaft ein.






