13 March 2026, 14:18

ZDK reformiert Satzung und spaltet sich vom Handwerk ab – doch der Streit geht weiter

Das BMW-Hauptquartier in Frankfurt, Deutschland, ein großes Glasgebäude mit Text darauf, mit Menschen, die davor auf der Straße gehen und einem Baum auf der linken Seite.

ZDK reformiert Satzung und spaltet sich vom Handwerk ab – doch der Streit geht weiter

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Satzungsreformen durchgesetzt, um sich vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) abzugrenzen. Die im Januar beschlossenen Änderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen den beiden Verbänden einen kritischen Punkt erreicht haben.

Die Reformen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die Bedürfnisse der Branche besser abzubilden – doch sie vertiefen zugleich den Streit um Finanzierung und Kontrolle.

Die Neuregelungen markieren den ersten formalen Schritt hin zu einer klaren institutionellen Trennung zwischen ZDK und ZDH. Künftig dürfen Gremien nicht mehr wie bisher mit denselben Personen besetzt werden. Stattdessen muss mindestens ein Mitglied direkt aus der Handwerksführung stammen.

Der ZDK wirft dem ZDH vor, bewusst eine Krise herbeigeführt zu haben. Im Oktober 2025 hatte der ZDH 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK gefordert – ein Schritt, den der ZDK als Versuch bezeichnet, den Verband "auszuhungern". Zudem behauptet der ZDK, der ZDH strebe eine erzwungene Spaltung an, auch wenn der Rechtsstreit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen an Dynamik verloren hat.

Um zu verhindern, dass Werkstätten ohne Unterstützung dastehen, hat der ZDK direkte Mitgliedschaftswege zu seiner Bonner Zentrale eingeführt. Zudem plant der Verband, seine Präsenz in Schlüsselregionen auszubauen und über die Gründe sowie mögliche Folgen eines Austritts aufzuklären. Unklar bleibt jedoch, wie der ZDK die Änderungen konkret an Mitglieder in großen Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen kommuniziert hat.

Der Verband betont, dass künftig alle Personalentscheidungen durch demokratische Abstimmungen in der Mitgliederversammlung getroffen werden – ein weiterer Schritt hin zu mehr innerverbandlicher Rechenschaftspflicht.

Die Reformen schaffen zwar eine klarere Trennung zwischen ZDK und ZDH, doch die finanziellen und operativen Konflikte sind damit noch nicht gelöst. Während der ZDK direkte Mitgliedschaften und regionale Vernetzung ausbaut, wird sich in den kommenden Schritten zeigen, wie Werkstätten und Innungen auf die Veränderungen reagieren. Das Ergebnis könnte die Struktur der deutschen Automobilverbände nachhaltig verändern.